Liebe Leserinnen und Leser,
im Luftverkehr gab es in den vergangenen Tagen etliche wichtige Nachrichten aus den Bereichen Politik, Sicherheit, Regulierung und Klima. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen. Das sind unsere Top-Themen der Woche:
- Was der Amtsantritt von Alexander Schott für die Neuausrichtung des Luftfahrt-Bundesamts bedeutet
- Welche neuen Erkenntnisse es zum mutmaßlichen Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle gibt
- Wie Großbritannien mit Unterstützung von Google-KI Kondensstreifen über dem Atlantik verringern will
Zudem geht es um einen auf den Seychellen festsitzenden Regierungsflieger wegen fehlender Überfluggenehmigungen, um Tankstopps von Discover Airlines infolge Treibstoffmangels in Namibia und um den erneut gesunkenen Kerosinverbrauch pro Passagier bei deutschen Airlines.
Kommen Sie gut durch die Woche!
| Herzliche Grüße Alexander Fink Redakteur airliners.de |
Alexander Schott tritt Amt als LBA-Präsident an
Alexander Schott tritt das Amt als neuer Präsident des Luftfahrt-Bundesamts an. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger fordert bei der Einführung mehr Tempo bei einem zentralen Thema der Aufsichtsbehörde.
lexander Schott, neuer Präsident des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA). © DPA / Julian Stratenschulte
(af, DPA) Alexander Schott hat das Amt als neuer Präsident des Luftfahrt-Bundesamts angetreten. Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) soll unter seiner neuen Führung besser auf die Herausforderungen durch Drohnen reagieren und Kritik an seiner Arbeit aufarbeiten. Das sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) in Braunschweig bei der offiziellen Amtseinführung des neuen LBA-Präsidenten.
Das Amt solle moderner, digitaler und leistungsfähiger werden. "Gerade beim Thema Flugmedizin müssen wir schneller werden", sagte Bilger.
Bei seiner Vorstellung wurde Schott als Drohnenexperte bezeichnet. Er bringt Erfahrung aus dem Bereich Forschung und Innovation des Verteidigungsministeriums mit und übernimmt die Behörde mit Sitz in Niedersachsen.
Das Bundesamt war zuletzt wegen möglicher Mängel etwa bei flugmedizinischen Tauglichkeitsprüfungen von Piloten in die Kritik geraten.
Schott verwies in seiner Antrittsrede auf den Anspruch der Bundesregierung, wonach Deutschland eine führende Luftfahrtnation sein solle. Für eine zukunftsfähige Luftfahrt sehe er Wirtschaft, Staat, Forschung und Gesellschaft in gemeinsamer Verantwortung.
"Ich begreife das Luftfahrt-Bundesamt dabei als eine Herzkammer der Luftfahrt in Deutschland", sagte Schott.
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Merz kündigt Stellungnahme zu Drohnenanschlag in Leipzig an
Bundeskanzler Friedrich Merz kündigt an, dass sich die Bundesregierung in Kürze zu den Urhebern des mutmaßlichen Drohnenanschlags auf den Flughafen Leipzig/Halle äußern will. Zuvor hatten Ermittler eine dritte Drohne und Spuren des Sprengstoffs Hexogen entdeckt.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht auf der ILA. : Friedrich Merz steht an einem blauen ILA-Pult und spricht vor einem großen Flugzeugtriebwerk. Im Bild sind zwei Mikrofone, ein Wasserglas und die Aufschrift „ILA Berlin 2026“ zu sehen. © DPA / Sebastian Gollnow
(af, dts Nachrichtenagentur, AFP, Reuters, DPA) Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angekündigt, dass sich die Bundesregierung in Kürze zu Erkenntnissen über die Urheber des mutmaßlichen Drohnenanschlags auf den Flughafen Leipzig/Halle äußern will. Das sagte er zum Auftakt einer zweitägigen Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg.
Bei der Klausur selbst werde es zwar nicht um die Zuordnung des Angriffs gehen, sagte Merz. Er ergänzte aber, daran arbeite man gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden intensiv.
"Wir werden das in Kürze auch darlegen und uns dazu äußern", fügte der Kanzler hinzu.
Ermittler finden dritte Drohne und Sprengstoff
Am Flughafen Leipzig/Halle hatten Ermittler zuvor eine dritte Drohne sowie mutmaßlichen Sprengstoff entdeckt. Wie die "Süddeutsche Zeitung", der "NDR" und der "WDR" berichtet hatten, hatten Kriminaltechniker des Bundeskriminalamts das Fluggerät am 14. August auf einem Feld im Kabelsketal gefunden, westlich des Flughafens. Dort seien zudem rund 50 Gramm einer Substanz sichergestellt worden, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um den hochexplosiven militärischen Sprengstoff Hexogen handeln könnte.
Die Ermittler seien den Berichten zufolge davon ausgegangen, dass bei dem mutmaßlichen Anschlagsversuch mehrere Drohnen eingesetzt worden seien. Die Täter hätten möglicherweise einen weitaus größeren Anschlag im Sinn gehabt, als bislang öffentlich bekannt war.
Der mutmaßliche Anschlag reicht bis auf den 4. August zurück. Damals war im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden – in der Nähe ukrainischer Antonow-Frachtflugzeuge. Der Flughafen dient als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen der Nato und der ukrainischen Fluggesellschaft Antonov Airlines im Krieg gegen Russland.
Wenige Minuten nach dem Fund soll eine zweite Drohne mit einem Frachtflugzeug von DHL kollidiert sein. Die Maschine sei in Höhe des Flughafenzauns mit mehreren Hundert Stundenkilometern auf das Fluggerät geprallt, berichteten die drei Medien unter Berufung auf Ermittler. Die Piloten hätten wenige Sekunden zuvor ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt gesehen. Bei einer Untersuchung des Flugzeugs sei am Leitwerk eine Beschädigung festgestellt worden, die auf eine Kollision mit einem Gegenstand hindeute. Die Drohne selbst oder Teile davon seien bislang nicht gefunden worden. Nach Einschätzung der Ermittler könnte das Fluggerät nach dem Zusammenstoß in die Triebwerke geraten und dabei zerhackt worden sein.
Ermittler sichern Steuerungstechnik in Kursdorf
Nördlich des Flughafens, in Kursdorf, hatten Ermittler zudem eine technische Konstruktion sichergestellt, die möglicherweise zur Steuerung einer Drohne diente.
Die Ermittlungen dauern an. Mehrere Spuren – darunter gefundene DNA-Spuren – werden derzeit ausgewertet.
Die Generalbundesanwaltschaft äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Berichten.
Wer hinter dem mutmaßlichen Anschlag steckt, ist weiterhin unklar. Sicherheitskreise vermuten laut den drei Medien, dass russische Geheimdienste an der Planung beteiligt gewesen seien. Russland weist eine Beteiligung zurück.
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Google-KI soll Kondensstreifen über dem Atlantik verringern
Großbritannien will mit kleinen Anpassungen der Flughöhe Kondensstreifen und damit Klimaschäden verringern. In einem groß angelegten Versuch soll eine von Google entwickelte KI-Technologie dabei helfen.
Kondensstreifen von Flugzeugen sind am Himmel zu sehen. : Mehrere weiße Kondensstreifen verlaufen und kreuzen sich vor blauem Himmel. Unten links ist unscharf ein Baumast mit grünem Laub im Vordergrund zu erkennen. © DPA / Thomas Banneyer
(fb, AFP) Großbritannien erhofft sich durch kleine Anpassungen der Flughöhe von Flugzeugen eine Verringerung von Kondensstreifen und damit weniger Schäden für das Klima. Wissenschaftler sollen nun in einem groß angelegten Versuch ermitteln, ob dabei eine von Google entwickelte KI-Technologie helfen kann. Das teilten die britische Regierung und der US-Konzern mit. Die Untersuchungen konzentrieren sich demnach auf Langstreckenflüge über dem Nordatlantik.
Kondensstreifen entstehen, wenn Wasserdampf aus dem Flugzeugantrieb kondensiert und in der kalten Luft auf Flughöhe zu kleinen Eiskristallen gefriert. Rußpartikel und andere Abgasteile begünstigen die Bildung der weißen Streifen am Himmel. Kondensstreifen verstärken den Treibhauseffekt und heizen die Erdatmosphäre auf, weil sie Wärmestrahlung teilweise zurück zur Erde werfen.
Wie schädlich die Streifen tatsächlich für das Klima sind, ist allerdings umstritten. Die Initiatoren des britischen Versuchs gehen davon aus, dass sie für ein Drittel der Klimaschäden durch Flugzeuge verantwortlich sein könnten. Allerdings wirke sich dieser Effekt nur für sehr kurze Zeit aus, bis die Streifen vom Himmel verschwinden. Langfristig ist demnach der Schaden durch den Kohlendioxidausstoß deutlich größer.
Kaltes Wetter begünstigt Kondensstreifen-Bildung
Die meisten Kondensstreifen entstehen auf der Nordhalbkugel zwischen November und Februar, weil die Luft dann kälter ist. Das britische Experiment konzentriert sich deshalb auf die kommenden zwei Winter.
Die von Google entwickelte Künstliche Intelligenz soll auf Grundlage von Wetterdaten Hinweise geben, auf welchen Flügen zwischen Großbritannien und den USA kleine Änderungen der Flughöhe Kondensstreifen vermeiden könnten. Dies könnte etwa durch eine Streckenführung durch trockenere oder wärmere Luftschichten erreicht werden.
Der britische Flugsicherungsdienst Nats soll die Empfehlungen in die Tat umsetzen. Der Versuch soll zeigen, ob sich die Anpassungen im großen Stil auf den täglichen Luftverkehr übertragen lassen. Forscher des Imperial College in London und der Cambridge-Universität sollen unabhängig voneinander Satellitenbilder auswerten, um zu prüfen, ob die Änderungen auch am Himmel zu sehen sind.
Das Projekt Operation Blue Skies (Blauer Himmel) verfügt über ein Gesamtbudget von fünf Millionen britischen Pfund (rund 5,8 Millionen Euro). Der britische Staat trägt mehr als die Hälfte der Kosten. "Wir arbeiten mit Google zusammen, um britische Forscher und Innovationen zu unterstützen und die Luftfahrt sauberer zu machen", erklärte der britische Luftfahrtminister Keir Mather.
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