Die US-Handelsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) prüft eine neue Vorschrift. Unternehmen sollen künftig offenlegen müssen, ob sie personalisierte Preisdaten nutzen. Die Praxis steht zunehmend im Fokus von Behörden auf Bundes- und Bundesstaatenebene, teilte die FTC am Mittwoch mit.
Betroffen wäre davon auch die Luftfahrtbranche. Delta Air Lines war bereits im vergangenen November von US-Abgeordneten aufgefordert worden, Auskunft über ihre eigene Preispraxis zu geben.
"Bei dieser sogenannten "Surveillance Pricing" nutzen Unternehmen persönliche Daten wie Browserverlauf, Standort und Einkaufsgewohnheiten, um individuelle, algorithmisch berechnete Preise festzulegen, statt einheitlicher, marktweiter Preise.
"Wenn Verbraucher einen angegebenen Preis sehen, erwarten sie, dass es derselbe Preis ist, den auch alle anderen sehen. Und nicht die Einschätzung des Händlers, wie viel sie basierend auf ihren persönlichen Daten zu zahlen bereit sind", sagte FTC-Vorsitzender Andrew Ferguson.
Der Richtlinienentwurf der FTC steht nun 30 Tage lang zur öffentlichen Stellungnahme offen. Zur Frage, ob manche personalisierten Preispraktiken auch bei vollständiger Offenlegung unfair seien, bezog die Behörde keine Position.
Kritik von Verbraucherschützern und Politikern
Im Januar hatte der Generalstaatsanwalt von Kalifornien, Rob Bonta, eine umfassende Untersuchung zur Praxis der personalisierten Preisgestaltung anhand persönlicher Daten angekündigt. Auch republikanische und demokratische Abgeordnete im US-Kongress hatten Bedenken geäußert.
Grace Gedye, leitende Politikanalystin bei Consumer Reports, begrüßte den Schritt der FTC. "Niemand sollte für Lebensmittel oder andere notwendige Güter mehr bezahlen müssen, nur weil ein Unternehmen weiß, wonach er online sucht, wie hoch sein Einkommen ist, wie sein Haushalt zusammengesetzt ist oder wohin er reist", sagte sie.