Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hat eine Überprüfung der Waschräume für islamische Gebete an den Flughäfen Dallas/Fort Worth und Housten-Intercontinental durch die US-Regierung gefordert. Abbott stufte die Anlagen als diskriminierend ein.
"Weil die Flughäfen Bundesmittel erhalten, unterliegen sie zahlreichen an diese Mittel geknüpften Auflagen – darunter die Pflicht, sämtliche geltenden Antidiskriminierungsgesetze einzuhalten", teilte Abbotts Büro in einer Stellungnahme mit. Viele Muslime waschen sich vor dem täglichen Gebet Gesicht, Arme und Beine.
Die texanische Sektion des Council on American-Islamic Relations (CAIR), eine muslimische Bürgerrechtsorganisation, widersprach dieser Einordnung. Die Räume seien "ebenso wenig 'nur für Muslime' bestimmt wie ein Stillzimmer 'nur für Mütter' oder ein interreligiöser Gebetsraum 'nur für Christen' ist", erklärte CAIR-Texas.
Es handle sich um Angebote, die jedem Reisenden offenstünden und zufällig überwiegend von der muslimischen Gemeinschaft genutzt würden. "Das ist keine Diskriminierung. So sieht zugängliche öffentliche Infrastruktur aus", teilte die Organisation weiter mit.
Flughafen kippt Ausbaupläne
Bereits Mitte August hatte Abbott die beiden Flughäfen zur Untersuchung an US-Verkehrsminister Sean Duffy verwiesen und ihnen mit dem Entzug staatlicher Fördermittel gedroht.
Nach eigenen Angaben Abbotts hatte der Flughafen Dallas/Fort Worth daraufhin seine Pläne für den Bau weiterer Waschräume aufgegeben. Der Flughafen selbst erklärte in der vergangenen Woche, Verantwortliche seien "zu der Einschätzung gelangt, dass der ursprünglich erwartete Nutzen möglicherweise nicht erzielt werden könnte", sollten die geplanten Stationen gebaut werden.
Sorge vor wachsender Islamfeindlichkeit
In den Vereinigten Staaten leben laut World Population Review rund 4,5 Millionen Muslime, davon mehr als 300.000 in Texas. US-Bürgerrechtler erklären, die Islamfeindlichkeit sei seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf New York und das Pentagon gestiegen. Zuletzt habe sie durch eine verschärfte Einwanderungspolitik und die Folgen des Kriegs zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen weiter zugenommen.
Zudem hätten Bürgerrechtler eine Zunahme antimuslimischer Botschaften und Rhetorik in politischen Kampagnen in den Vereinigten Staaten dokumentiert, während muslimisch-amerikanische Politiker zunehmend in prominente Ämter und Funktionen aufgestiegen seien.
Republikanische Gouverneure in Florida und Texas stuften CAIR als Terrororganisation ein. Die Organisation hatte sich zuvor gegen die von US-Präsident Donald Trump (Republikaner) vorangetriebene härtere Einwanderungspolitik sowie gegen das Vorgehen gegen propalästinensische Proteste ausgesprochen. CAIR und andere Bürgerrechtsgruppen wiesen die Einstufung zurück und warfen den Republikanern vor, gezielt Angst vor Muslimen zu schüren.