Ermittler haben bei der Untersuchung des mutmaßlichen Sprengstoffanschlags mit einer Drohne am Flughafen Leipzig/Halle eine DNA-Spur gesichert, die mit dem Brandanschlag auf ein DHL-Logistikzentrum in Leipzig vom 20. Juli 2024 übereinstimmt. Das berichtete die "Bild"-Zeitung.
Die aktuelle DNA-Spur wurde nach dem Bericht in der europäischen DNA-Datenbank wiederentdeckt. Sie sei in Litauen registriert, lasse sich aber weiterhin keiner konkreten Person zuordnen.
Verbindung zur Paketbomben-Serie von 2024
Die Spur ergibt damit eine Verbindung zu einer Serie von Sprengsätzen, die 2024 in Paketen der Logistikdienste DHL und DPD in Deutschland, Großbritannien und Polen detonierten. Einer der damaligen Brandsätze fing bereits am Flughafen Leipzig/Halle Feuer, zündete wegen einer Verspätung aber offenbar nicht wie geplant an Bord einer DHL-Frachtmaschine.
Europäische Ermittler hatten im Zusammenhang mit den Paketbomben von 2024 insgesamt 22 Verdächtige identifiziert, die alle Verbindungen nach Russland haben sollen. Nach Angaben der EU-Justizbehörde Eurojust bestehen bei einigen von ihnen zudem Verbindungen zum GRU.
Bundesregierung auffallend zurückhaltend
Zum aktuellen Fall äußerte sich die Bundesregierung bislang nur zurückhaltend zu einer möglichen russischen Urheberschaft. Dafür spricht nach Einschätzung von Beobachtern unter anderem, dass Frachtmaschinen vom Flughafen Leipzig/Halle aus regelmäßig militärische Ausrüstung für die Ukraine transportieren.
Die Bundesanwaltschaft hatte ihre neuen Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr übernommen. Eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren und erklärte, derzeit würden keine weiteren Auskünfte erteilt. Die Ermittlungen dauerten an.
Die Drohne war Anfang August am Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine des Typs Antonow gefunden worden. Videoaufnahmen zeigten laut Medienberichten, dass sie vier Stunden zuvor gezielt die Tragfläche der geparkten Maschine angeflogen und dort aufgeprallt war, in der Nähe des Treibstofftanks. Der an der Drohne befestigte Sprengsatz explodierte aus bislang ungeklärten Gründen nicht. "Wäre die Drohne dort explodiert, hätte es ein Inferno gegeben", zitierte "Bild" einen Ermittlungsbeamten.