Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat angekündigt, dass an deutschen Flughäfen künftig kurzfristig eine Interimstechnik der Deutschen Flugsicherung (DFS) in den An- und Abflugbereichen zum Einsatz kommen solle, um Drohnen schneller und früher zu entdecken. Die Detektion von Drohnen lasse sich damit deutlich verbessern, sagte der Minister bei einem Besuch im DFS-Tower am Flughafen Frankfurt.
Er wolle dabei aufs Tempo drücken, kündigte Bilger an. "Wichtig ist, dass wir keine Zeit verlieren, keine langwierigen Ausschreibungsprozesse uns aufhalten, sondern dass wir schnell zu Entscheidungen und zur besseren Ausstattung unserer Flughäfen kommen", sagte der Minister. Die Sicherheit des Luftverkehrs dulde keinen Aufschub.
Nach Angaben der Flugsicherung liefen an den größten Flughäfen, die zur kritischen Infrastruktur zählen, bereits die Installations- und Beschaffungsprozesse für die neue Technik.
Rund 150 illegale Drohnenflüge seit Ende 2024 erfasst
Am Flughafen Frankfurt ist bereits seit Ende 2024 eine Drohnenabwehranlage der Bundespolizei in Betrieb. Nach Angaben aus Flughafenkreisen wurden seitdem rund 150 illegale Drohnenaufstiege in unmittelbarer Flughafennähe registriert und rund 50 Piloten identifiziert.
In den meisten Fällen handelte es sich um Planespotter, Hobbypiloten oder Menschen, die Drohnen bei Familienfeiern einsetzten. Wegen der genaueren Detektion habe der Luftverkehr nur noch in seltenen Fällen eingeschränkt werden müssen, und dann auch nur begrenzt.
Die Flugsicherung warb dafür, Informationen über Drohnen künftig bundesweit in einem Luftlagezentrum am DFS-Sitz im hessischen Langen zu sammeln. DFS-Chef Arndt Schoenemann erklärte: "Unser Ziel ist ein integriertes Drohnen-Lagebild in Deutschland, das es am Ende allen jeweils Beteiligten in kritischen Infrastrukturen ermöglicht, handlungsfähig zu werden, weil sie wissen, was sich in ihrem Verantwortungsbereich am Himmel abspielt."