Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will die Vorkehrungen zur Entdeckung und Abwehr von Drohnen an Deutschlands Flughäfen beschleunigen.
"Verlässliche Detektion ist das A und O", sagte Bilger dem Nachrichtenportal "Politico". Frankfurt und München seien bereits ausgestattet. Was die anderen Flughäfen angehe, habe man "keine Zeit zu verlieren". Er wolle bei der weiteren Ausrüstung beschleunigen, was gehe.
Am Flughafen Leipzig/Halle hatte in der vergangenen Woche ein Mitarbeiter im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt. Der an ihr befestigte Sprengsatz war von Experten der Bundespolizei entschärft worden. In ihrer Nähe hatten sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge befunden.
Acht Flughäfen sollen aufgerüstet werden
Acht als kritische Infrastruktur eingestufte Flughäfen sollen mit Drohnendetektionssystemen ausgestattet werden – Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München und Stuttgart. Maßgeblich ist ein Schwellenwert von mindestens sieben Millionen Passagieren oder mindestens 200.000 Tonnen Fracht pro Jahr. Für Beschaffung und Betrieb der Anlagen ist die Bundespolizei zuständig.
Laut einem Beschluss der Verkehrsministerkonferenz solle die Ausschreibung im März beginnen und der Zuschlag im Mai erfolgen. Die Ausstattung der acht Flughäfen ist bis Ende des Jahres geplant.
Neuer Radar-Wachposten am Flughafen Leipzig
Die Polizei hat mit einem speziellen Radar einen Wachposten auf der Besucherplattform des alten Towers am Flughafen Leipzig/Halle bezogen.
: Besucherplattform auf dem alten Tower am Flughafen Leipzig/Halle mit mehreren Personen, einem Zelt und technischer Ausrüstung. Die Szene ist bei klarem, sonnigem Wetter aufgenommen.
© DPA
/ Hendrik Schmidt
Derweil wurde die Sicherheit auf dem Flughafen Leipzig provisorisch erhöht. Dazu hat die Polizei einen Posten mit speziellem Radar eingerichtet. Die Technik wurde auf der Besucherplattform des alten Towers installiert, wie ein dpa-Fotograf beobachtete.
Aus einsatztaktischen Gründen würden keine Details zu der Anlage bekanntgegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage. Laut dem Nachrichtenportal "Tag24" handelt es sich um ein EchoShield-Radarsystem, das anfliegende Drohnen auf größere Distanzen erkennen und ihre Flugbahnen verfolgen kann.
Der Flughafenverband ADV hatte nach dem Leipzig-Vorfall erneut eine schnellere Ausstattung deutscher Flughäfen mit Systemen zur Drohnenabwehr gefordert. "Der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle ist ein Weckruf. Flughäfen sind sicherheitsrelevante Einrichtungen und bedürfen des bestmöglichen Schutzes. Drohnenabwehrsysteme müssen jetzt schnellstmöglich installiert und vollständig einsatzbereit gemacht werden", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.
"Im europäischen Vergleich stehen wir gut da", hatte dagegen BDL-Geschäftsführer Joachim Lang vergangene Woche gesagt. Die Bundesregierung habe nach früheren Drohnenstörattacken innerhalb eines Jahres Entscheidungen getroffen und Ausschreibungen auf den Weg gebracht.