Regierungsflieger bleibt wegen fehlender Überfluggenehmigungen auf den Seychellen, © DPA/Bernd von Jutrczenka
Ein Flugzeug vom Typ Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) steht auf dem militärischen Teil vom Flughafen Berlin. © DPA / Bernd von Jutrczenka
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Die auf den Seychellen gestrandete Regierungsmaschine der Flugbereitschaft wird ihren Heimflug wohl erst in einigen Tagen antreten. Der Start sei nun für Freitag geplant, auch wenn Ersatzteile für die Behebung der Panne bereits auf der Insel im Indischen Ozean seien, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.

Grund für den Startzeitpunkt seien noch ausstehende Überfluggenehmigungen ("Diplomatic Clearances"). Diese müssen von anderen Nationen erst erteilt werden. Deswegen benötigen Militärflüge in der Regel zeitlichen Vorlauf.

Die Bombardier Global 5000 war auf einem Trainingsflug von Ägypten zur französischen Insel Réunion wegen eines technischen Problems außerplanmäßig auf dem Inselstaat zwischengelandet. Für die Reparatur brachte ein französisches A400M-Transportflugzeug das Material mit, darunter eine Hydraulikpumpe.

AFD-Politiker vermutet Urlaubsreise

Die Landung im Urlaubsparadies hatte Fragen aufgeworfen, nachdem der AFD-Bundestagsabgeordnete Malte Kaufmann ein Foto der Maschine auf der Plattform "X" veröffentlicht hatte. Der Politiker, der sich nach eigenen Angaben im Urlaub auf den Seychellen aufhält, vermutete eine unangekündigte Urlaubsreise des Kanzlers oder eines Ministers.

Das Verteidigungsministerium wies dies zurück. Vielmehr habe die Crew ein sogenanntes Afrika-Training absolviert, bei dem Verfahren für das Fliegen über unkontrolliertem Luftraum geübt würden. Im Fokus standen insbesondere Anflugverfahren sowie der Flugbetrieb unter besonderen klimatischen Bedingungen. "Der Flugbetrieb in Afrika unterscheidet sich grundlegend von dem in Europa oder Nordamerika", sagte ein Sprecher dazu. Während der Flugverkehr in Europa größtenteils auf das auf Satelliten basierende GPS-Anflugverfahren setzt, werde in Afrika sehr häufig noch das Funkfeuerverfahren verwendet.

Zudem gebe es dort sogenannte Hot-and-High-Bedingungen, also heiße Temperaturen und Höhenlagen. Beispiel sei das Äthiopische Hochland, hieß es weiter. Beides könne die Luftfahrzeugleistung beeinflussen. Er verwies auch auf Wetter- und klimatische Bedingungen, die in Europa nicht vorherrschen. Ein Beispiel ist die innertropische Konvergenzzone.

Flugstrecke quer durch Afrika bis nach Europa geplant

Die Crew hatte einen Langstreckenflug vor. Der geplante Flugweg sollte laut Verteidigungsministerium von der Ostküste auf Äquatorhöhe quer durch Afrika bis zur Westküste und dann zurück nach Europa führen. Dabei hätten die besonderen Bedingungen "vielfältig erfahren werden können". Der Sprecher sagt: "Aufgrund des technischen Defektes musste dann der Flug an der Ostküste auf den Seychellen beendet werden."

Das Training sei für junge und noch unerfahrene Crewmitglieder ein wichtiger Baustein in ihrer fliegenden Laufbahn. "Diese Eindrücke, die nicht im Simulator vermittelt werden können, müssen selbst erlebt und vor Ort trainiert werden. Wenn Flüge für verschiedene Ressorts, den Bundeskanzler oder den Bundespräsidenten in diese Regionen durchgeführt werden, ist es unser Anspruch, dass unsere Crews bestens ausgebildet sind und sich mit den Begebenheiten der jeweiligen Region auskennen", so das Ministerium.

Allerdings ist diese militärische Ausbildungspraxis selbst in Fachkreisen der Zivilluftfahrt nicht allgemein bekannt. So sagt ein Sprecher der Lufthansa Aviation Training GmbH in München auf dpa-Anfrage: "In den vom Luftfahrtbundesamt vorgeschriebenen Trainings gibt es kein spezielles Afrika-Modul."

Besonderheiten dort könnten fehlende Flugsicherung vom Boden (ATC) oder spezielle Anflugverfahren für einzelne Flughäfen sein, erklärt er. Das lasse sich beides im Simulator trainieren und werde nach Bedarf eingestreut. Bei fehlender Flugsicherung greife ein System, über das Flugzeuge in der Luft untereinander Kontakt halten und sich mit Informationen versorgen.

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Abgestellte Lufthansa-Flugzeuge in Frankfurt., © dpa
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