Ein US-Bundesberufungsgericht hat die Anordnung der Regierung von Präsident Donald Trump gekippt, die Delta Air Lines und Aeromexico zur Auflösung ihrer gemeinsamen Airline-Allianz für Flüge zwischen den USA und Mexiko verpflichten sollte. Das Bundesberufungsgericht für den 11. Bezirk entschied, das US-Verkehrsministerium (USDOT) habe seine im September 2025 erlassene Anordnung nicht ausreichend begründet.
"Das Ministerium hat nicht nachvollziehbar erklärt, warum es in diesem Fall eine deutlich eingeschränktere Marktanalyse vorgenommen hat als in der Vergangenheit üblich, oder warum es für die Genehmigung des Bündnisses Auflagen verlangt hat, die es bei vergleichbaren, in Japan genehmigten Allianzen nicht gefordert hat", hieß es in der Entscheidung des Gerichts.
Die beiden Fluggesellschaften hatten 2025 geklagt, um die Anordnung des USDOT zu stoppen. Diese sollte das seit knapp zehn Jahren bestehende Bündnis beenden, das Delta und Aeromexico erlaubt, Flugpläne, Preise und Kapazitäten für Flüge zwischen den USA und Mexiko gemeinsam zu koordinieren. Die Anordnung war Teil mehrerer US-Maßnahmen gegen den mexikanischen Luftfahrtsektor wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken. Ein Gericht hatte die Anordnung bereits 2025 bis zur Klärung des Rechtsstreits ausgesetzt.
Das US-Justizministerium und das USDOT hatten die Allianz 2025 als "legalisierte Kollusion" bezeichnet, die knapp 60 Prozent des Flugverkehrs am viertgrößten internationalen Tor zu und von den USA kontrolliere – gemeint waren Flüge von und nach Mexiko-Stadt. Delta, das mit 20 Prozent an Aeromexico beteiligt ist, hatte argumentiert, die Regierung habe das Bündnis strengeren Maßstäben unterworfen als vergleichbare Allianzen, etwa die von United Airlines und der japanischen ANA. Das Gericht folgte dieser Argumentation und bezeichnete das Vorgehen des Ministeriums als "willkürlich und unbegründet" ("arbitrary and capricious"), weil es vergleichbare Fälle unterschiedlich behandelt habe.
Delta und Aeromexico begrüßten das Urteil. Delta erklärte, das Bündnis habe den Kunden "größere Auswahl, nahtloseres Reisen und mehr Konnektivität" geboten und zugleich Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum in den USA unterstützt. Aeromexico teilte mit, das Urteil erlaube es den Fluggesellschaften, weiterhin "bessere Anbindung, ein breiteres Streckennetz, komfortablere Serviceoptionen und mehr Wettbewerb" zu bieten.
Das USDOT kündigte an, alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen. Die Behörde werde weiter mit der mexikanischen Regierung zusammenarbeiten, damit diese ihren Verpflichtungen nachkomme und alle US-Fluggesellschaften fair behandle. Man sei von jüngsten Gesprächen mit der mexikanischen Regierung ermutigt und erwarte die vollständige Einhaltung des Abkommens durch Mexiko.
In separaten Verfahren hatte das USDOT 2025 zudem die Genehmigung für 13 Strecken mexikanischer Fluggesellschaften in die USA widerrufen. Zudem strich die Behörde sämtliche kombinierten Passagier- und Frachtflüge mexikanischer Airlines vom Flughafen Felipe Ángeles bei Mexiko-Stadt in die USA.