Ein US-Berufungsgericht hat die Anordnung zur Auflösung des Joint Ventures zwischen Delta Air Lines und Aeromexico vorläufig ausgesetzt. Das US-Verkehrsministerium hatte im September die Aufhebung der fast neunjährigen Kooperation bis zum 1. Januar 2026 verfügt.
Delta begrüßte den Gerichtsbeschluss. Die Auflösung wird ausgesetzt, bis das Gericht über die Rechtmäßigkeit der Verfügung entschieden hat. Aeromexico erklärte, das Joint Venture bleibe während des laufenden Gerichtsverfahrens bestehen. Das Verkehrsministerium lehnte eine Stellungnahme ab.
Delta und Aeromexico hatten Klage gegen die Verfügung eingereicht. Die Fluggesellschaften verwiesen auf erhebliche, nicht erstattbare Kosten, selbst wenn ein Gericht die Vereinbarung später bestätigen sollte.
Das Justiz- und das Verkehrsministerium bezeichneten vergangene Woche das Joint Venture als "legalisierte Absprache". Die beiden Airlines kontrollieren fast 60 Prozent aller Flüge zwischen den USA und Mexiko-Stadt. Mexiko-Stadt ist das viertgrößte internationale Drehkreuz für Flüge in die und aus den USA.
Delta hält eine 20-prozentige Beteiligung an Aeromexico. Die Airline argumentiert, die Trump-Regierung lege strengere Maßstäbe an als bei anderen Joint Ventures, etwa zwischen United Airlines und ANA.
Das Joint Venture ermöglicht den Fluggesellschaften die Koordinierung von Flugplänen, Preisgestaltung und Kapazität für Flüge zwischen den USA und Mexiko. Die Anordnung erfolgte im Rahmen mehrerer US-Maßnahmen gegen Mexikos Luftfahrtsektor aufgrund von Wettbewerbsbedenken.
Befürchtete Auswirkungen und weitere Maßnahmen
Die Regierung erwartet durch das Venture höhere Tarife in einzelnen Märkten, reduzierte Kapazität und Nachteile für US-Fluggesellschaften aufgrund unzureichenden Wettbewerbs.
Die Trump-Regierung widerrief im vergangenen Monat separat die Genehmigung für 13 Strecken mexikanischer Fluggesellschaften in die USA. Zudem wurden alle kombinierten Passagier- und Frachtflüge mexikanischer Airlines vom Flughafen Felipe Angeles International in Mexiko-Stadt in die USA gestrichen.
Verkehrsminister Sean Duffy erklärte, Mexiko habe "illegal US-Flüge drei Jahre lang ohne Konsequenzen annulliert und eingefroren". Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum widersprach der US-Entscheidung zum Widerruf der 13 Strecken.