Airbus rügt "Pratt & Whitney": Triebwerksmangel bremst A320-Hochlauf, © dpa/Lukas Schulze
Ein Airbus A320neo auf dem Werksgelände von Airbus in Hamburg. © dpa / Lukas Schulze
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Airbus muss das Produktionsziel für seinen meistgefragten Schmalrumpfjet erneut korrigieren. Der europäische Flugzeugbauer gab dafür dem US-Triebwerkshersteller "Pratt & Whitney" die Schuld. Trotz des Rückschlags will der Konzern 2026 einen Auslieferungsrekord aufstellen.

Wegen "erheblicher Engpässe" bei Triebwerken aus dem Hause "Pratt & Whitney" wird Airbus das angestrebte Produktionstempo bei der A320-Familie erst nach 2027 voll erreichen. Statt der bisher anvisierten 75 Maschinen pro Monat im Jahr 2027 werde die Fertigungsrate bis Ende 2027 lediglich auf 70 bis 75 Schmalrumpfjets pro Monat steigen, teilte der Dax-Konzern in Toulouse mit. Erst danach soll sich die Zahl auf rund 75 einpendeln – den Wert, den Airbus sich ursprünglich schon für 2027 vorgenommen hatte. Aktuell fertigt der Konzern rund 60 Maschinen pro Monat.

In ungewöhnlich scharfer öffentlicher Kritik an einem Hauptzulieferer erklärte Airbus, die "Unfähigkeit von 'Pratt & Whitney', die Zahl der bestellten Triebwerke zuzusagen", wirke sich "negativ auf die Prognose für dieses Jahr und das Tempo des Hochlaufs" aus. Rund 40 Prozent der A320-Baureihe wird mit Triebwerken von "Pratt & Whitney" ausgerüstet.

Mutterkonzern RTX wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern.

Airbus-Chef Guillaume Faury erklärte, der Konzern sei bereit, seine "vertraglichen Rechte durchzusetzen". Ob Airbus damit rechtliche Schritte anstrebt, ließ er offen. "Wir sind sehr unzufrieden und wir stimmen dem nicht zu", sagte Faury mit Blick auf die Lieferzusagen von "Pratt & Whitney". Er bestätigte zudem, dass der konkurrierende Triebwerkshersteller CFM die entstandene Lücke in diesem Jahr nicht schließen könne.

Airbus und "Pratt & Whitney" haben sich bisher nicht auf die Liefermengen für 2026 und 2027 geeinigt – normalerweise werden solche Vereinbarungen 18 Monate im Voraus getroffen.

Auslieferungsrekord trotz Engpässen

Trotz der Triebwerksknappheit hält Airbus an seinem Ziel fest, 2026 rund 870 Verkehrsflugzeuge auszuliefern. Damit würde der Konzern seinen eigenen Rekord von 863 Jets aus dem Jahr 2019 übertreffen, den er seit der Corona-Krise nicht wieder erreicht hatte. Im vergangenen Jahr waren wegen Qualitätsproblemen an Rumpfverkleidungen nur 793 statt der ursprünglich geplanten 820 Maschinen ausgeliefert worden.

Die Nachfrage bleibt unterdessen ungebrochen: 2025 gingen – nach Abzug von Stornierungen – Aufträge für 889 Flugzeuge ein, der Auftragsbestand stieg auf 8754 Maschinen.

Bei den Jahreszahlen übertraf Airbus die Analystenerwartungen. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) schnellte um ein Drittel auf 7,13 Milliarden Euro – angepeilt hatte Airbus rund 7,0 Milliarden. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 5,22 Milliarden Euro, nach 4,23 Milliarden im Vorjahr. Die Dividende soll um 20 Cent auf 3,20 Euro je Aktie steigen.

Für das laufende Jahr peilt Airbus ein bereinigtes Ebit von 7,5 Milliarden Euro an. Der operative Mittelzufluss (Free Cash-flow) soll mit rund 4,5 Milliarden Euro etwa auf Vorjahresniveau bleiben. An der Börse enttäuschten die gedämpften Produktionsziele: Die Aktie fiel vorbörslich um 5,3 Prozent.

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