Zwölf Millionen Inlandspassagiere statt 23 Millionen, kaum noch 40 Routen statt 60 – der innerdeutsche Luftverkehr hat sich seit der Corona-Pandemie praktisch halbiert, und staatliche Abgaben, steigende Ticketpreise sowie gesellschaftlicher Gegenwind setzen ihm weiter zu. Dass er dennoch ein unverzichtbarer Pfeiler der deutschen Luftfahrt bleibt – für Tagesreisende, Drehkreuzanbindungen und ganze Regionen –, erläutern Professor Torsten Busacker, Experte für Verkehrsträgermanagement an der Hochschule München, und Sebastian Ibel, seit über zehn Jahren am Flughafen München tätig und Lehrbeauftragter ebendort.
Der innerdeutsche Verkehr war über viele Jahrzehnte für diverse Flughäfen in Deutschland ein wichtiges Standbein. Treiber für diesen Verkehr waren vor allem Geschäftsreisende, aber auch Privatreisende, die einen Städtetrip übers Wochenende machen wollten oder Freunde und Verwandte besucht haben. Zusätzlicher Wachstumsbringer waren vor allem für die Drehkreuze Frankfurt und München die Zubringerverkehre.
Während vor Corona im Jahr 2019 rund 23 Millionen Einsteiger an deutschen Flughäfen auf innerdeutschen Routen vorhanden waren, lag die Zahl im Jahr 2025 laut des Flughafenverbandes ADV bei nur noch rund zwölf Millionen. Das innerdeutsche Verkehrsaufkommen hat sich also praktisch halbiert.
Dies zeigt sich auch bei der Zahl der angebotenen Routen innerhalb Deutschlands. Wurden 2019 noch rund 60 innerdeutsche Routen bedient, sind es im Sommer 2026 nur noch knapp 40. Zusätzlich hat die Zahl der angebotenen Frequenzen deutlich abgenommen.
Weniger Dienstreisen, höhere Ticketpreise, gesellschaftlicher Druck
Flugzeuge stehen am Terminal des Flughafen Hamburgs. © Flughafen Hamburg
Die Gründe für die massive Abnahme des Domestic-Verkehrs sind vielfältig: So werden weniger Dienstreisen durchgeführt, die für einen Großteil der Passagiere auf den Inlandsflügen verantwortlich sind. Hierzu zählt etwa der Tagestrip von einem deutschen Flughafen nach Berlin, um dort an einem einstündigen Meeting teilzunehmen.
Auch sorgen technische Neuerungen dafür, dass Meetings – zumindest mit geringerer Teilnehmerzahl – zunehmend digital durchgeführt werden.