Tap Air Portugal hat in den vergangenen Jahren ihr Angebot im DACH-Raum kontinuierlich weiterentwickelt – zuletzt mit dem Wechsel auf Flugzeuge der Airbus-A320-Familie in Hamburg. Wie die Airline ihren größten europäischen Markt bewertet, wohin die Brasilien-Strategie führt und wie sie mit den Herausforderungen des Luftverkehrsstandorts Deutschland umgeht, darüber sprechen wir mit Stefan Eiche, Market Manager Deutschland, Österreich und Schweiz bei Tap Air Portugal.
airliners.de: Von welchen Flughäfen fliegt Tap im Sommerflugplan im DACH-Raum und mit welchen Frequenzen?
Stefan Eiche: Wir fliegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt ab acht Flughäfen. In Deutschland sind das Hamburg, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und München. In der Schweiz bedienen wir Zürich und Genf, in Österreich Wien. Von allen acht Standorten gibt es Verbindungen nach Lissabon.
Allein aus Deutschland kommen wir auf knapp 90 Abflüge pro Woche. Die meisten Flüge bieten wir ab Frankfurt und München an – dort fliegen wir täglich dreimal. An den anderen drei deutschen Standorten variieren die Frequenzen etwas: Es gibt Tage mit bis zu drei Verbindungen, aber auch Tage mit weniger.
In der Schweiz fliegen wir ab Zürich und Genf ebenfalls dreimal täglich nach Lissabon und haben zusätzlich fünf wöchentliche Flüge nach Porto. Wien ist mit sieben Flügen pro Woche nach Lissabon angebunden.
Insgesamt kommen wir so auf knapp 150 Abflüge pro Woche aus dem DACH-Raum.
Tap setzt in Hamburg jetzt auf die A320-Familie statt Embraer-Jets – was steckt dahinter?
Wir haben in Hamburg bis vor Kurzem Regionaljets von Embraer eingesetzt – die E190 und E195 mit einer Kapazität zwischen 100 und 110 Plätzen. Diese haben wir zum Sommerflugplan durch Flugzeuge der Airbus-A320-Familie ersetzt. Den Flugplan selbst haben wir dabei nicht verändert, nur die Flugzeugtypen getauscht.
Das bedeutet im Schnitt rund 50 Prozent mehr Kapazität pro Abflug.
Flugzeuge der Tap stehen in Lissabon. © AirTeamImages.com / Rui Alves
Hamburg hatte bei uns fast die höchsten Auslastungszahlen im gesamten Europaverkehr. Mit der erhöhten Kapazität können wir die große Nachfrage wesentlich besser bedienen.
Welchen Stellenwert hat der deutschsprachige Markt für Tap im europäischen Vergleich?
Der DACH-Raum ist für Tap Air Portugal innerhalb Europas der größte Markt. Betrachtet man Deutschland allein, ist es in etwa vergleichbar mit Italien – und größer als Frankreich, Großbritannien oder Spanien, wobei die Unterschiede nicht enorm sind. Das hängt zum einen mit unserem dichten Flugangebot nach Portugal zusammen, zum anderen damit, dass wir ein wichtiger Zubringer für andere Tap-Ziele sind – allen voran Brasilien.
Deutschland und die Schweiz zählen innerhalb Europas zu den Top-drei-Märkten für Brasilien-Verbindungen über Lissabon.
Wie setzt sich die Nachfrage aus dem deutschsprachigen Markt zusammen?