"Wir sind bei Eurowings für verschiedene Szenarien vorbereitet"
Interview
Eurowings-COO Edi Wolfensberger im Interview mit airliners.de über die Folgen des Irankriegs für die Kerosinversorgung, warum die Airline von den Streichungen der Lufthansa Group unberührt bleibt und weshalb der innerdeutsche Luftverkehr auf nur noch 20 Prozent des Vorkrisenniveaus abgesunken ist.
Der Irankrieg hat die Kerosinkosten für die Lufthansa Group auf eine Mehrbelastung von 1,7 Milliarden Euro allein für 2026 getrieben. Eurowings-COO Edi Wolfensberger erklärt im Interview mit airliners.de, warum er darin eine Kosten-, aber keine Versorgungskrise sieht, wie die Airline auf veränderte Reiseströme reagiert — und warum der Rückgang des innerdeutschen Flugverkehrs auf 20 Prozent des Vorkrisenniveaus nicht ohne die Flugabgabe zu erklären ist.
airliners.de: Nach außen signalisieren die Fluggesellschaften trotz aller Verwerfungen Stabilität. Wie schaut es denn unter der Hülle aus?
Edi Wolfensberger: Nach der Corona-Pandemie hatte die Branche viele operative Probleme. Doch das ist längst vorbei, die Luftfahrt ist wieder erstaunlich stabil. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Kundenzufriedenheit sind hoch.
Jetzt treibt uns die Krise im Nahen Osten um, die uns über rasant gestiegene Kerosinkosten vor gänzlich andere Herausforderungen stellt. Trotz allem fliegen wir weiterhin recht stabil und mussten bisher nur wenige Flüge aus dem Programm nehmen – darunter beispielsweise unsere Verbindungen nach Dubai, Abu Dhabi oder auch Tel Aviv.
Der Schweizer Edi Wolfensberger ist seit April 2022 Mitglied der Geschäftsführung von Eurowings und Chief Operating Officer (COO) der Airline. In seiner Verantwortung liegen die Bereiche Crew Operations, Flight Operations, Ground & Customer Operations, Safety, Security & Compliance, Lean Management sowie Eurowings Technik. Edi Wolfensberger begann seine Karriere in der Luftfahrtindustrie 2007 bei Swiss International Airlines, er war Geschäftsführer beim Airline Training Center Arizona, Geschäftsführer der Lufthansa Aviation Training Switzerland AG und vor seinem Wechsel zu Eurowings Chief Operating Officer bei Brussels Airlines. Edi Wolfensberger ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Was bedeutet das pro futuro?
Wir beobachten eine weiterhin hohe Nachfrage nach Flugreisen und erwarten erneut einen starken Reisesommer. Urlaub und Reisen ist für die Mehrheit der Menschen zentraler Bestandteil von Lebensqualität und Auszeit vom Alltag – und erweist sich auch in Krisenzeiten als robust.
Derzeit ist an keiner unserer Basen mit Einschränkungen in der Kerosinversorgung zu rechnen. Der Kerosinbedarf der Lufthansa Group für das laufende Jahr ist bereits zu rund 80 Prozent durch die Treibstoffpreissicherung über Derivate auf verschiedene Mineralölprodukte abgesichert. Für eine fundierte Aussage zum gesamten Reisejahr 2026 ist es aber noch zu früh.
Sie sagen, im Moment ist es eine Kostenkrise. Wann wird diese zur Logistikkrise?
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Gedankenflüge
Die Luftfahrt konsolidiert – lautstark und leise zugleich. Während Airline-Manager Übernahmen ins Blaue hinein ankündigen und für Condor niemand die Hand hebt, ist Skyhub PAD einfach weg. Die Gedankenflüge über das weniger Offensichtliche hinter den Meldungen der Woche.
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