Lufthansa verzichtet auf Niki-Slots

04.12.2017 - 16:00 0 Kommentare

Damit die EU-Kommission den Kauf der Air-Berlin-Töchter LGW und Niki doch noch genehmigt, will Lufthansa den österreichischen Ferienflieger "praktisch ohne Slots" übernehmen. Für den Fall, dass die Behörden dann immer noch ablehnen, plant der Kranich bereits mit einem "Plan B".

Bug eines Airbus A320 der Niki - © © Niki -

Bug eines Airbus A320 der Niki © Niki

Der Lufthansa-Konzern hat im EU-Kartellverfahren weitgehende Zugeständnisse gemacht, um die Air-Berlin-Tochter Niki doch noch übernehmen zu dürfen. "Wir übernehmen praktisch eine Niki sozusagen ohne Slots, wenn es dann zum OK der Europäischen Kommission kommt", sagte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr.

In Düsseldorf sollten gar keine Start- und Landerechte mehr bei dem österreichischen Ferienflieger bleiben, in Palma de Mallorca nur einige wenige, erläuterte der Chef des größten Luftverkehrskonzerns Europas auf Nachfrage.

Mit dem Verzicht auf Start- und Landerechte will Lufthansa die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission gegen die Air-Berlin-Teilübernahme zerstreuen. In der vergangenen Woche hatte der Konzern in Brüssel konkrete Vorschläge eingereicht, wie der Wettbewerb gesichert werden könne.

Spohr plant "Plan B"

Die Entscheidungsfrist auch zur Übernahme weiterer Teile der insolventen Air Berlin läuft bis zum 21. Dezember. Die EU-Kommission könnte sich aber auch noch für eine vertiefte Prüfung des Kartellantrags entscheiden, die dann noch einmal 90 Arbeitstage dauern würde.

Sollte die Übernahme der Niki mit ihren rund 20 Flugzeugen nicht genehmigt werden, greift nach Spohrs Worten ein "Plan B". Er sehe vor, die Lufthansa-Tochter Eurowings in der gleichen Größenordnung aus eigener Kraft wachsen zu lassen.

Das sei im Übrigen bereits unmittelbar nach dem Ausscheiden der Air Berlin aus dem Markt gelungen. Man solle die Bedeutung von 20 Flugzeugen angesichts einer Konzerngröße von 750 Jets auch nicht überbewerten.

© privat, Lesen Sie auch: "Ein EU-Verbot würde Lufthansa nicht schaden" Interview

Von: cs, dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Flugzeuge von Lufthansa, Eurowings, Air Berlin und Ryanair stehen am Flughafen von Hamburg. Der deutsche Luftverkehr nach Air Berlin

    Gastbeitrag Das Ende von Air Berlin hat den Luftverkehr durcheinander gewirbelt, analysiert Experte Manfred Kuhne und sagt: Die weitere Entwicklung hängt von der Stärkung des Luftverkehrsstandorts Deutschland ab.

    Vom 14.08.2018
  • A320-Jet von Eurowings. Eurowings gesteht Überforderung ein

    Eurowings-Operations-Chef Knitter nennt die Probleme der vergangenen Wochen, die zu Verspätungen und Ausfällen führten, eine "Katastrophe". Indes gibt es Neuigkeiten vom Streit mit 150 Reisebüros.

    Vom 19.07.2018
  • Der Kampf um die Strandurlauber ist eröffnet. Airline-Pleite entfacht Charter-Debatte

    Die Insolvenz der deutschen Small Planet hat eine Diskussion über die Zukunft des touristischen Flugmarkts ausgelöst. Ein Segment, das laut eines Experten ohnehin sehr volatil ist und sich nach Niki gerade neuordnet.

    Vom 20.09.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus