Der Flughafen Lübeck baut ein Remote Tower Control Center. Das Ziel: weitere norddeutsche Flughäfen von hier aus "fernzusteuern". Geschäftsführer Jürgen Friedel erklärt im Interview mit airliners.de, warum moderne Kameratechnik dem menschlichen Auge überlegen ist und weshalb Fachkräftemangel der Haupttreiber für die neue Technologie ist.
In diesem Interview spricht Flughafen-Geschäftsführer Jürgen Friedel das neue Remote-Tower-Konzept und was der Flughafen Lübeck damit vor hat. Als kleines Geschenk zur Weihnachtszeit ist dieser airliners+-Artikel vorübergehend ohne Paywall verfügbar. Dieser Artikel erschien ursprünglich am 16. September 2025.
Der Flughafen Lübeck investiert in ein Remote Tower Control Center. Das System soll es ermöglichen, Flughäfen wie beispielsweise Sylt oder Heringsdorf von Lübeck aus fernzusteuern. Wie die DFS bereits ein Remote Tower-Zentrum in Leipzig betreibt, betreibt auch die Triac ein Remote Tower-Zentrum in Oberpfaffenhofen. Der Flughafen Lübeck setzt auf die effiziente und maßgeschneiderte Technologie des Anbieters Triac. Geschäftsführer Jürgen Friedel erklärt im airliners.de-Interview, wie die Fernsteuerung funktioniert und warum der Fachkräftemangel zum Haupttreiber dieser Entwicklung wird.
airliners.de: Warum investiert der Flughafen Lübeck in ein eigenes Remote Tower Control Center?
Jürgen Friedel: Wir investieren seit Jahren erheblich in den Flughafen Lübeck. Eigner Winfried Stöcker hat das Ziel, den privaten Airport als Standort konsequent weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Baustein ist dabei unser Remote Tower Control Center.
Aktuell entsteht ein neues Gebäude direkt am Flughafenterminal mit Verwaltung, Restaurant, Konferenzräumen und Kontrollturm. Dort wird auch das Remote Tower Center integriert. Damit bündeln wir alle Funktionen an einem Ort und können künftig von Lübeck aus andere Flughäfen fernsteuern.
Zusätzlich können wir unseren eigenen Tower später auch als contingency-operation nutzen oder für weiteres.
Welche Rolle spielt das neue Center in der Gesamtstrategie des Flughafens?
Das Remote Tower Center ist ein zentraler Teil unserer langfristigen Entwicklung. Es steigert die Effizienz und erhöht die Ausfallsicherheit. Es werden gerade die Voraussetzungen geschaffen, dass ein Remote Betrieb aus Oberpfaffenhofen stattfinden kann.
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Aus diesem Grund hat auch ein Lotse aus Oberpfaffenhofen eine Lizenz für Lübeck erhalten. Somit ist es sogar möglich, Lübeck von einem anderen Remote Tower Control Center wie Oberpfaffenhofen aus zu steuern – und umgekehrt.
So schaffen wir nachhaltige Effizienzvorteile, Standortsicherheit und damit verbunden auch eine Kostenreduktion durch Nutzung eines Centers an den Randzeiten.
Jürgen Friedel ist seit dem 1. Juli 2016 Geschäftsführer des Flughafen Lübeck. Der private Betreiber, die Stöcker Flughafen GmbH & Co.KG, gründete im November 2017 die Lübeck Air GmbH, für die Friedel ebenfalls die Geschäftsführung übernahm. Friedel ist Bauingenieur, hat im Verkehrswesen promoviert und hält seit 1993 Vorlesungen zum Luftverkehr an der Universität Wuppertal. Unter Friedels Leitung entstehen nun neue Passagieranlagen, ein Kongresszentrum und das Remote Tower Control Center.
Wie unterscheidet sich das geplante System von herkömmlichen Kontrollturm-Lösungen und wie funktioniert die technische Fernsteuerung konkret?
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Analyse
Professor Torsten Busacker und Sebastian Ibel von der Hochschule München analysieren, warum der innerdeutsche Luftverkehr seit 2019 auf die Hälfte geschrumpft ist – und warum er trotzdem unverzichtbar bleibt: für Geschäftsreisende, für Drehkreuze und für Regionen wie Paderborn, die sich ihre Anbindung selbst erkämpfen müssen.
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Von Anna Tomová, Alena Novák Sedláčková, Kristína Kováčiková
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