Emirates plant, ihren Airbus A380 bis etwa 2040 zu betreiben. Das sagte Betriebsvorstand Adel Al Redha jetzt der Zeitung "The National". Die Wartungs- und Betriebskosten machten den Betrieb des Großraumflugzeugs auf Dauer aber zunehmend schwierig.
Nach Daten des Branchendiensts "CH-Aviation" betreibt Emirates derzeit 117 Maschinen des Typs. 86 davon sind im Einsatz, 31 stehen am Boden. Die inaktiven Maschinen werden gewartet oder modernisiert, sagte Al Redha. Genaue Zahlen nannte er nicht.
Emirates will ihre A380 unter anderem mit der Einführung der Boeing 777X ausflotten. Die Kapazität des Großraumjets kann das neue zweistrahlige Flugzeug aber nicht eins zu eins ersetzen. Zudem gibt es immer neue Verzögerungen bei der Auslieferung der neuen Triple-Seven-Version.
Emirates erwägt Wechsel von Boeing 787 zu Boeing 777X
Der A380-Ausstieg fällt in eine Phase größerer Flottenerneuerung bei Emirates. Die Fluggesellschaft hat nach Angaben von "CH-Aviation" aktuell 46 Maschinen des Typs Airbus A350-900 bestellt. Hinzu kommen 270 Boeing 777X, davon 35 Maschinen der Variante 777-8 und 235 der Variante 777-9.
Im Orderbuch stehen außerdem 15 Boeing 787-8 und 15 Boeing 787-10. Emirates erwägt jedoch, diese Bestellung in weitere Boeing 777X umzuwandeln. Grund sind die ebenfalls anhaltenden Lieferprobleme bei der Boeing 787.
Die Option zur Umwandlung sei weiterhin offen, sagte Al Redha laut dem Onlineportal "Emirates 24/7". Die ersten Boeing 777X sollten ab Mitte 2027 an Emirates ausgeliefert werden. Eine Entscheidung sei innerhalb der kommenden zwei Monate möglich. Die Gespräche zwischen Emirates und Boeing dauerten weiter an.
Der mögliche Wechsel folgt auf deutliche Kritik von Clark an den ersten ausgelieferten Boeing-777X-Maschinen. Er hatte die ersten zehn produzierten Maschinen mit "Konservendosen" verglichen. Das Unternehmen werde sie wegen des hohen Nacharbeitsaufwands nicht abnehmen, erklärte Clark.
Emirates-Präsident Tim Clark hatte die langfristigen A380-Pläne bereits vor drei Jahren angekündigt. Die Flotte solle bis in die späten 2030er- oder frühen 2040er-Jahre fliegen, hieß es damals. Den Kauf gebrauchter A380 zur Überbrückung schloss Emirates kategorisch aus. Emirates wünsche sich ein größeres Flugzeug als die 777-9, hieß es zudem. Boeing müsse noch eine größere Variante entwickeln, die Boeing 777-10.