Bald sieben Jahre Verzögerung: Was bei der Boeing 777X schiefläuft
Hintergrund
Boeing verschiebt die 777X erneut – bis auf 2027 – sieben Jahre nach dem ursprünglichen Plan für die ersten Auslieferungen. Das kostet, und zwar nicht nur für Boeing. Für Lufthansa als Erstkundin bedeutet die erneute Verschiebung: Alte Flugzeuge müssen länger fliegen. Aber es gibt auch Profiteure.
Die Boeing 777X sollte 2020 abheben. Jetzt schreiben wir 2026 – und das Flugzeug ist noch immer nicht zertifiziert. Sieben Jahre Verzögerung, über 15 Milliarden Dollar Verluste. Was ist hier schiefgelaufen? Ein Überblick.
Die Boeing 777 war eine Legende: Über 2000 Bestellungen, 99 Prozent Zuverlässigkeit, das meistgebaute Widebody-Flugzeug der Welt. Als Airbus 2011 mit dem A350 XWB angriff, entwickelte Boeing die 777X als Antwort.
Das Flugzeug sollte 2020 in Dienst gestellt werden und mit revolutionären Technologien überzeugen: Klappbare Winglets aus Verbundwerkstoffen, die weltweit größten Strahltriebwerke GE9X und eine um zwölf Prozent verbesserte Treibstoffeffizienz gegenüber der Vorgängerin. Die Lufthansa Group orderte 20 Maschinen und sollte als erste Fluggesellschaft den Typ erhalten.
Doch bereits 2019 begannen die Probleme. Nach zahlreichen Dramen rund um die Boeing 737 Max verschärfte die US-Luftfahrtbehörde FAA ihre Zertifizierungsverfahren grundlegend durch den Aviation Certification and Accountability Act. Die Reform verlängerte die Prüfzeiten erheblich – auch für die 777X. Wie airliners.de im Januar 2025 berichtete, verschob Boeing die Erstauslieferung zunächst auf 2026.
Die Corona-Pandemie verschärfte die Lage zusätzlich. Zwischen 2019 und 2024 fanden über fünf Jahre keine Testflüge mehr statt. Erst im August 2025 hob der fünfte Prototyp der 777-9 wieder ab – ein Produktionsflugzeug für spezielle Blitzschlag-Tests, wie Boeing mitteilte. Dennoch: Zu diesem Zeitpunkt peilte der Hersteller noch eine Zertifizierung für das laufende Jahr an, 2025 ...
Luftverkehrsabkommen (4)
Achtzehn Jahre nach Inkrafttreten des Open-Skies-Abkommens zwischen den USA und der EU zieht Volodymyr Bilotkach von der Purdue University Bilanz: Der Transatlantikmarkt ist gewachsen, doch Heathrow und JFK dominieren weiterhin – und die Konsolidierung auf US-Seite hat den Wettbewerb spürbar verringert.
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