Wissenschaftler präsentieren Abwehrdrohne zum Schutz von Flughäfen, © Adobe Stock Nr. 292584824
Drohen-Verbotsschild an einem Flughafen © Adobe Stock Nr. 292584824
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2019\/12\/adobestock9_214eb62924149cc370a5be76b84fa073__wide__824?v=1582125732","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Adobe Stock Nr. 292584824"},"caption":"Drohen-Verbotsschild an einem Flughafen"}

Wissenschaftler von der Hamburger Universität der Bundeswehr haben gemeinsam mit Partnerfirmen ein neues ziviles Abwehrsystem gegen Drohnen entwickelt.

Das "Falke"-System soll vor allem zum Schutz von Flughäfen dienen. Die Deutsche Flugsicherung zählt weit über 100 illegale Drohnenflüge in Flugverbotszonen pro Jahr.

An dem Projekt sind Frequentis, Hensold, die Bundespolizei, die Deutsche Flugsicherung sowie der Flughafen Hamburg und die Lufthansa beteiligt. Es wurde vom Bundesverkehrsministerium finanziert. Zum Abschluss des dreijährigen Forschungsprojektes präsentierten die Wissenschaftler das System am Dienstag auf einem Sportplatz der Hochschule.

Bei dem Manöver erfasste das 1,40 Meter große und gut 18 Kilogramm schwere Gerät die gegnerische Kleindrohne mit verschiedenen Sensoren und verfolgte sie in der Luft. Nach der Freigabe durch einen Verantwortlichen schoss die Abwehrdrohne ein Netz ab, mit dem sie das fliegende Kleingerät einfing und kontrolliert zu Boden brachte.

Drohnen können Flughäfen lahmlegen

Flughäfen haben immer wieder Probleme mit dem Eindringen von Drohnen in den Luftraum. Das ist durchaus gefährlich. Eine Drohne könne etwa in das Triebwerk eines großen Flugzeugs gesaugt werden, sagte der für das "Falke"-Projekt verantwortliche Ingenieur Ralf Heynicke.

Der Frankfurter Flughafen musste nach einem solchen Vorfall im Mai 2019 seinen Betrieb für mehrere Stunden einstellen. Der Londoner Airport Gatwick war Ende 2018 nach Drohnensichtungen sogar für drei Tage lahmgelegt.

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) erklärte: "Gerade im komplexen System Flughafen müssen wir schnell reagieren und Gefahren sofort abwehren können. Deshalb investieren wir in die Forschung, um den Drohnenverkehr sicher zu machen." Das Bundesministerium förderte das Projekt mit gut zwei Millionen Euro. Die Abkürzung "Falke" steht für "Fähigkeit des Abfangens von in gesperrte Lufträume eindringenden Kleinfluggeräten durch zivile Einsatzmittel".

Das Abwehrsystem soll der Bundespolizei die Möglichkeit geben, mit einem angemessenen und sicheren Mittel einzugreifen. Ein Abschuss wie beim Militär verbietet sich. "Die Polizei darf nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen", sagte Heynicke. Die "Falke"-Drohne schießt ihr Netz mit Druckluft ab, es gibt keinen Explosivstoff. Das drei mal drei Meter große Netz fliegt 20 Meter weit. Die eingefangene Drohne bleibt intakt. Nach dem Bergen am Boden kann sie weiter untersucht und als Beweismittel genutzt werden.

Künstliche Intelligenz steuert

Eine große Herausforderung für die Konstrukteure war das sogenannte Incident Management. Auf den Flughäfen haben Behörden wie die Deutsche Flugsicherung, die Bundespolizei und der Flughafenbetreiber genau abgegrenzte Kompetenzen. Innerhalb von Augenblicken können die Zuständigkeiten beim Eindringen einer illegal operierenden Drohne wechseln.

Die österreichische Firma Frequentis entwickelte einen elektronischen Ablauf, der die gesamte Alarmkette umfasst und alle Vorgänge und technischen Abläufe gerichtsfest protokolliert. Der Abschuss selbst wird nach der Freigabe über künstliche Intelligenz gesteuert. Ein Abbruch des Vorgangs ist aber jederzeit möglich, wie Heynicke betonte.

Wie es mit dem Abwehrsystem konkret weitergeht, blieb unklar. Es könne jetzt industriell hergestellt werden, erklärte Projektleiter Prof. Gerd Scholl. Obwohl es um ein ziviles Projekt geht, gebe es auch Interesse von Seiten der Bundeswehr.

Verlinkungen anzeigen

Hier finden Abonnenten Links zu Quellen und weiterführenden Informationen. Jetzt airliners+ testen

Sie haben schon einen Zugang? Hier anmelden

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 29/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 29/2026
Ankunft der deutschen Nationalmannschaft nach dem dritten WM-Gruppenspiel gegen Ecuador am Flughafen Smith Reynolds., © DPA/Christian Charisius
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/06\/5fb9b4009f734a36-OYWzFF__square__360?v=1782741123","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Christian Charisius"},"caption":"Ankunft der deutschen Nationalmannschaft nach dem dritten WM-Gruppenspiel gegen Ecuador am Flughafen Smith Reynolds."}

Warum der Fußball höher fliegt als die deutsche Reiselust

Gedankenflüge Aerolíneas Argentinas verkauft binnen Stunden Sonderflüge zum WM-Finale – während die deutsche Reisebranche mit trüber Stimmung kämpft. Ein Plädoyer dafür, was Fußball und Flugverkehr voneinander lernen könnten. Die Gedankenflüge über das weniger Offensichtliche hinter den Meldungen der Woche.

2 min
Ausgabe lesen
Artikel 4 – Volodymyr Bilotkach: Open Skies USA–EU, © airliners.de/KI
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/06\/open-skies-usa-eu-EYgvTj__square__242?v=1782229812","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ KI"},"caption":"Artikel 4 \u2013 Volodymyr Bilotkach: Open Skies USA\u2013EU"}
Analyse der Augenposition, © airliners.de/Andreas Sebayang
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/07\/dsc-8533-BZt50y__square__242?v=1784638333","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ Andreas Sebayang"},"caption":"Analyse der Augenposition"}
Einmal im Monat veröffentlicht die Luftrechts-Expertin Nina Naske auf airliners.de eine neue Kolumne., © dpa/Fotomontage: airliners.de
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2013\/07\/luftrecht_d2c01526df6ecea1e4aa59d883f5f9bb__square__242?v=1784720191","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 dpa\/ Fotomontage: airliners.de"},"caption":"Einmal im Monat ver\u00f6ffentlicht die Luftrechts-Expertin Nina Naske auf airliners.de eine neue Kolumne."}
Luftrechtskolumne (144)

Was sind eigentlich Service Bulletins?

Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

TRAINICO GmbH

Kompetenz & Leidenschaft für die Luftfahrt

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

Wildau Institute of Technology e. V. (WIT)

Berufsbegleitender Aviation-Master und Weiterbildungsformate

Zum Firmenprofil

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

ch-aviation GmbH

Accurate data and news on the airline industry.

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

Hamburg Aviation

Für die Luftfahrt in der Metropolregion Hamburg.

Zum Firmenprofil

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil

IU International University of Applied Sciences

WIR SIND DIE IU!

Zum Firmenprofil