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Linke kritisiert Projekt "Falke" zur Drohnenabwehr an Flughäfen

Die Bundespolizei will in einer Konzeptstudie testen, wie Drohnen an Flughäfen erkannt, identifiziert und abgewehrt werden können. Projektpartner ist Hensoldt-Tochter EuroAvionics. Jetzt kommt Kritik von den Linken.

Drohen vor einem anfliegenden Flugzeug © Adobe Stock Nr. 191661440

Um Gefahren oder Störungen durch Drohnen abzuwehren, will die Bundespolizei an 14 internationalen Flughäfen in Deutschland stationäre Drohnen-Abwehrsysteme installieren.

Kritik kommt nun von den Linken. Der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko sagte: "Es ist richtig, die Flughäfen mit Systemen zur Erkennung von Drohnen auszustatten". Deren Abschuss mit Laserwaffen oder Störgeräten sei dagegen unnötig. Es sei ausreichend, wenn die Bundespolizei in die Lage versetzt werde, die Drohnen-Piloten zu orten und anschließend die Strafverfolgung einzuleiten.

Im Projekt "Falke" soll herausgefunden werden, wie kleine Drohnen erkannt, identifiziert und abgewehrt werden können. Dahinter steht auch die Frage, wie ein solches System in das Netz von Sicherheitsbehörden, Flughafenbetreibern und Flugsicherung so eingebaut werden kann, dass die schädlichen Auswirkungen auf den Flugverkehr gering bleiben.

Wie das Bundesverkehrsministerium bereits mitgeteilt hatte, soll ein technisches und organisatorisches Gesamtkonzept zur Abwehr von illegal operierenden Drohnen beispielhaft am Flughafen Hamburg entwickelt und installiert werden. Unter Beachtung aller Zuständigkeits- und Verantwortungsbereiche soll dann eine standardisierte Lösungen erarbeitet werden, so dass das Konzept als Blaupause auch für andere Flughäfen verwendet werden kann.

© Adobe Stock Nr. 292584824, Lesen Sie auch: Projekt "Falke" soll Hamburger Flughafen gegen Drohnen sichern

Wie das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage des Abgeordneten Andrej Hunko (Linke) mitteilte, sind an einer Konzeptstudie für entsprechende Systeme die auf Radarsysteme spezialisierte Rüstungsfirma Hensoldt, die von Hensoldt 2017 übernommene EuroAvionics und die Universität der Bundeswehr in Hamburg beteiligt.

Eine Methode, die Störenfriede vom Himmel zu holen, die in der Umgebung von Flughäfen eigentlich gar nicht aufsteigen dürften, sind Abfangdrohnen, die mit einer Art Fangnetz ausgestattet sind. Andere Anlagen arbeiten mit Störsignalen.

Die Bundesregierung hatte im Januar mitgeteilt, sie strebe nach den Vorgaben des europäischen Rechts die Einrichtung eines Registrierungssystems für Betreiber unbemannter Fluggeräte an. Nach Angaben der Regierung veranschlagt die Bundespolizei für ein stationäres Anti-Drohnen-System einmalige Kosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro pro Flughafen. Ein mobiles System wurde demnach mit Kosten von 13 Millionen Euro pro Jahr bewertet.

Von: dpa, dh

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