Der US-Luftfahrtsektor hat den Kongress aufgefordert, 20 Milliarden Dollar (rund 17,45 Milliarden Euro) bereitzustellen, um die groß angelegte Modernisierung des veralteten US-Flugsicherungssystems abzuschließen und die anhaltenden Flugstörungen im Land zu verringern.
Eine Koalition der Luftfahrtbranche – darunter Fluggesellschaften, Flugzeughersteller, Flughäfen, Gewerkschaften und weitere Organisationen – erklärte, die 20 Milliarden Dollar seien nötig, um Hunderte veraltete Flugsicherungsanlagen zu ersetzen oder zu modernisieren, modernste Technik für Fluglotsen einzuführen und fortschrittliche Werkzeuge für das Luftraummanagement zu entwickeln, um die Sicherheit zu erhöhen und Verspätungen zu reduzieren.
Im vergangenen Jahr hatte der Kongress bereits 12,5 Milliarden Dollar für das Projekt bewilligt, um veraltete Technik zu ersetzen und unterbesetzte Fluglotsentürme aufzustocken. Ein Großteil der nun vorgeschlagenen zusätzlichen Mittel soll in die Entwicklung neuer Software fließen, die den Flugverkehr deutlich effizienter machen könnte.
"Unser nationales Luftfahrtsystem ist ein zentraler Vermögenswert unseres Landes, steht jedoch unter zunehmendem Druck", heißt es in dem Brief, den Boeing, Airbus, Airlines for America, die U.S. Travel Association, die Air Pilots Association und Dutzende weitere Organisationen unterzeichnet haben.
US-Verkehrsminister Sean Duffy hatte im April gegenüber Reuters erklärt, er strebe für die nächste Phase zehn Milliarden Dollar an, nachdem das US-Verkehrsministerium zunächst rund 19 Milliarden Dollar vom Kongress gefordert hatte. Den Rest wolle er zu einem späteren Zeitpunkt beantragen, sagte Duffy.
Der republikanische Senator Jerry Moran erklärte, der Kongress könne im Rahmen eines späteren Haushaltsgesetzes in diesem Jahr weitere Mittel für das Projekt bereitstellen.
Veraltetes Kommunikationssystem gilt als Sicherheitsrisiko
Das Telekommunikationssystem der Flugsicherung der US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) sei in den vergangenen Jahren von mehreren Ausfällen betroffen gewesen, darunter schwere Störungen des Flugverkehrs am Flughafen Newark im vergangenen Jahr. Die ursprünglichen 12,5 Milliarden Dollar folgten auf jahrzehntelange Klagen über Flughafenüberlastung und Verspätungen, die maßgeblich auf veraltete Technik und unterbesetzte Kontrolltürme zurückzuführen waren.
Einem Bericht aus dem Jahr 2023 zufolge ist das Kommunikationssystem der FAA seit Jahren veraltet, für viele Systeme gebe es keine Ersatzteile mehr. Von den 138 Telekommunikationssystemen der Flugsicherung der FAA seien 51 nicht mehr wartbar gewesen, wie ein weiterer Bericht ergab.
Nach Angaben der FAA sollen bis Ende 2028 an den Flughäfen 5000 neue Hochgeschwindigkeits-Netzwerkanschlüsse über Glasfaser, Satellit und Funk, 27.000 neue Funkgeräte sowie 612 hochmoderne Radaranlagen installiert werden.