Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat der Baureihe Boeing 737 Max 7 die Musterzulassung erteilt. Die Genehmigung ist ein Meilenstein für den US-Flugzeugbauer, der jahrelang auf die Zulassung der kleinsten Version seines Verkaufsschlagers gewartet hatte. Ursprünglich hatte Boeing mit einer Zulassung bereits vor Ende 2022 gerechnet.
Die Boeing-Aktie reagierte auf die Nachricht mit Kursgewinnen.
Boeing erklärte, die Vorbereitungen für die ersten Auslieferungen liefen bereits. Southwest Airlines, Launch-Kunde der 737 Max 7, teilte mit, sich über die Zulassung zu freuen, und rechne mit einem Einsatz der Maschine in den kommenden Monaten. In den aktuellen Flugplänen bis März 2027 sei die 737 Max 7 aber noch nicht vorgesehen.
Die Variante bietet Platz für 135 bis 160 Passagiere und soll nach Angaben von Boeing über etwa zehn Prozent mehr Reichweite als andere Max-Varianten verfügen. Getestet wird das Modell bereits seit 2018. Nach Angaben der Analysefirma Cirium hat Boeing bislang rund 30 Max-7- und neun Max-10-Maschinen gebaut, die auf ihre Auslieferung warten.
Strengere Prüfungen nach Abstürzen und Zwischenfall
Boeing sieht sich seit den beiden tödlichen Abstürzen von 737-Max-8-Maschinen 2018 und 2019 einem strengeren Zertifizierungsverfahren ausgesetzt. Zusätzlich gerieten die Produktions- und Qualitätssysteme des Konzerns in den Fokus der Aufsichtsbehörden, nachdem im Januar 2024 während eines Flugs einer nahezu neuen Boeing 737 Max 9 der Fluggesellschaft Alaska Airlines ein sogenannter "Door Plug" herausgebrochen war.
Der US-Kongress hatte Boeing 2022 eine Frist gesetzt, um die Zulassung der beiden Max-Varianten zu erhalten, bevor ein neuer Sicherheitsstandard für Cockpit-Warnsysteme in Kraft treten sollte. Der Kongress verzichtete letztlich auf diese Vorgabe. Die FAA kündigte im Dezember 2025 an, dass die 737 Max 10 über ein verbessertes Warnsystem verfüge, mit dem Stall- und Overspeed-Warnungen abgeschaltet werden könnten.
Die FAA hatte Boeing im Oktober vergangenen Jahres erlaubt, die monatliche Produktion der 737 Max auf 42 Maschinen zu erhöhen und damit die seit Januar 2024 geltende Obergrenze von 38 Maschinen aufzuheben. Im März genehmigte die Behörde eine weitere Anhebung auf 47 Maschinen pro Monat. Im vergangenen Monat erlaubte die FAA Boeing zudem, wieder eigenständig Lufttüchtigkeitszeugnisse für alle Modelle der 737 Max und der 787 auszustellen – nach eigenen Angaben aufgrund einer durchgängig guten Produktionsqualität.
Ausblick auf die Max 10
FAA-Vizechef Chris Rocheleau hatte im Vorfeld erklärt, er gehe davon aus, dass die Zulassung der größeren Max 10 direkt im Anschluss an die der Max 7 erfolgen werde.
Die Boeing 737 Max 10 macht nach Branchenangaben mindestens 28 Prozent der noch offenen Max-Bestellungen aus. Boeings Chefin für das Verkehrsflugzeuggeschäft, Stephanie Pope, erklärte in einer Mitteilung an die Belegschaft, der Konzern habe aus dem Zulassungsprozess wichtige Erkenntnisse gewonnen, die bereits in die laufende Zertifizierung der 737 Max 10 sowie in das Programm der 777X einflössen.