Southwest Airlines erwartet die Boeing 737 Max 7 erst 2027 im kommerziellen Einsatz. Das sagte Betriebschef Andrew Watterson am Rande der IATA-Jahreshauptversammlung in Rio de Janeiro gegenüber "Reuters". Die Maschine wartet noch auf die Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA.
Nach der Zertifizierung plane Southwest rund sechs Monate interne Vorbereitungen, darunter die Aufnahme des Flugzeugtyps in Betriebsspezifikationen und Handbücher. "Die Uhr beginnt zu laufen, wenn sie ihn zertifizieren", sagte Watterson.
Auf die Frage nach dem Airbus A220 als mögliche Ergänzung zur Flotte antwortete Watterson knapp: Southwest bleibe auf die Boeing-737-Max-Familie fokussiert. "Diversifizierung entsteht nicht durch einen zweiten Flottentyp. Ein zweiter Flottentyp kann das Risiko erhöhen", sagte er.
Die Verzögerung der Boeing 737 Max 7 habe zwar keine konkreten Strecken blockiert, schränke aber die Möglichkeit ein, Flugzeuggrößen besser an die jeweilige Nachfrage anzupassen. Die Folge: zu viele große Maschinen und zu wenig kleinere Jets für nachfrageschwache Zeiten und Märkte.
Starlink-Ausbau läuft — Amazon nicht ausgeschlossen
Parallel treibt Southwest die Ausstattung ihrer Flotte mit Starlink-Internet voran. Noch in diesem Monat soll das erste Flugzeug mit dem Satellitendienst in Betrieb gehen, sagte Kundenchef Tony Roach.
Bis Jahresende will die Airline 300 Flugzeuge mit Starlink ausrüsten – das Tempo hänge jedoch davon ab, wie schnell Starlink die Ausrüstung liefern könne. "Unsere Technik kann so schnell nachrüsten, wie Starlink liefern kann", sagte Watterson. Amazons Satellitennetz Leo schließt Southwest als Alternative nicht grundsätzlich aus.
Watterson räumte ein, dass der aktivistische Investor Elliott Investment Management mit seiner Kritik nicht falsch lag, Southwest habe Veränderungen zu langsam umgesetzt – auch wenn viele Maßnahmen bereits im Gang gewesen seien.
"Was Elliott zweifelsfrei richtig hatte: Wir waren zu langsam", sagte er. Investoren hätten zudem die Zahlungsbereitschaft der Southwest-Kunden für neue Produkte unterschätzt. Als entscheidenden Gradmesser dafür, ob die Transformation greife, nannte Watterson den Erlös pro angebotenem Sitzkilometer.