Mehr als 120 US-Kongressabgeordnete haben Bedenken gegen den geplanten Verkauf interner Daten der eingestellten Fluggesellschaft Spirit Airlines an Google geäußert. Die Alphabet-Tochter will die Daten für zehn Millionen US-Dollar (rund 8,9 Millionen Euro) erwerben, um Systeme mit künstlicher Intelligenz zu trainieren.
Die Parlamentarier um Senatorin Elizabeth Warren und den Abgeordneten Steven Horsford erklärten, der Verkauf umfasse 100 Millionen E-Mails, 500 Millionen Nachrichten im Microsoft-Dienst Teams und weitere Beschäftigtendaten. Sie forderten, Mitarbeiterinformationen so weit wie möglich von dem Geschäft auszunehmen. "Innovation sollte nicht auf Kosten der Privatsphäre von Beschäftigten oder der Vertraulichkeit von Informationen gehen, die sie als Bedingung ihrer Anstellung preisgeben mussten", erklärten die Abgeordneten. "Der beispiellose Umfang und die Raffinesse moderner künstlicher Intelligenz machen es besonders wichtig, dass der Datenschutz mit der Technologie Schritt hält."
Google erklärte, keine persönlichen Informationen erwerben zu wollen. Ein Sprecher sagte dazu: "Wir wollen keine persönlichen Informationen von Spirit kaufen. Die Informationen werden entweder vollständig ausgeschlossen oder von einem unabhängigen Dritten entpersonalisiert, bevor Google Daten erhält. Wir arbeiten bereits konstruktiv mit dem eingesetzten Datenschutz-Ombudsmann zusammen."
Auch Gewerkschaftsvertreter äußerten Bedenken. Sara Nelson, Präsidentin der Flugbegleitergewerkschaft Association of Flight Attendants-CWA, sagte: "Das Ergebnis der Auflagen für diesen geplanten Verkauf an Google hat enorme Folgen für Beschäftigte in der gesamten Wirtschaft."
Anhörung am 14. Oktober
Der Datenschutz-Ombudsmann hatte zuvor einem US-Insolvenzrichter empfohlen, den Verkauf bei einer Anhörung am 14. Oktober zu genehmigen. Persönliche Passagierinformationen von 97 Millionen Spirit-Kunden sind dabei ausgenommen.
Spirit Airlines hatte den Flugbetrieb im Mai eingestellt. Im Zuge der Schließung und der Verwertung des Vermögens hatte Google im August eine Auktion gewonnen. Die Daten stammen aus Tabellenkalkulationen und Kalendern sowie aus den Bereichen Marketing, Produktivität und Betrieb. Für die Mitarbeiterdaten hatte Spirit zudem ein Gebot über 7,5 Millionen US-Dollar von Mercor erhalten, einem Unternehmen für KI-Daten.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA genehmigte in dieser Woche den Verkauf der Slots von Spirit am New Yorker Flughafen LaGuardia an Jetblue. Der Preis liegt bei 58,5 Millionen US-Dollar.
