Liebe Leserinnen und Leser,
seit Beginn des Jet-Zeitalters habe sich in der Bodenabfertigung kaum etwas verändert – diesen Satz hört man in der Branche immer wieder. Thomas Hoff Andersson hält ihn für einen Mythos. Im vierten Teil unserer Serie "Ground Handling", die wir gemeinsam mit der German Aviation Research Society (GARS) realisieren, habe ich mit dem Geschäftsführer Aviation und Operation am Flughafen München gesprochen, der zugleich die Geschäftsführung der flughafeneigenen Aeroground leitet. Es geht um autonome Fahrzeuge auf dem Vorfeld, um eine Elektrifizierung, die in München bereits mehr als die Hälfte des Fuhrparks erfasst hat, und um die geplante zentrale Flughafenleitstelle.
Wie weit Automatisierung in der Luftfahrt reichen kann, zeigt Alexander Fink in seiner Analyse zur autonomen Luftfracht. Reliable Robotics peilt für 2028 die FAA-Zulassung einer pilotenlosen Cessna Caravan als Frachtflugzeug an, während Deutschland mit Paketdrohnen im kleineren Maßstab unterwegs ist und unbemannte Luftfahrt nach dem mutmaßlichen Drohnenanschlag in Leipzig/Halle vor allem als Sicherheitsthema diskutiert. Ganz anders gelagert, aber nicht minder aufschlussreich ist die Analyse unseres Gastautors Nima Mina zur Luftfahrt im Iran. Die USA haben 27 iranische Fluggesellschaften sanktioniert, die Iran Air verfügt nach Angaben ihres Chefs nur noch über neun einsatzbereite Flugzeuge. Mina zeigt aber auch, welchen Anteil die Islamische Republik selbst an dieser Lage hat – bis hin zur Nutzung ziviler Airlines für militärische Logistik.
Wer bezahlt eigentlich für Mobilität? Klaus Radermacher stellt in seiner Kolumne "Die Mobilitätsformel" die Einnahmen und Ausgaben des Staates für Straße, Schiene und Luft gegenüber. Sein Ergebnis dürfte manche überraschen: Der Straßenverkehr bringt dem Staat jährlich 100 bis 105 Milliarden Euro ein, die Bahn kostet Milliarden, und die Luftfahrt ist keineswegs das meistsubventionierte Verkehrssystem. In meinen Gedankenflügen schließlich geht es um Luftschlösser: Berlin träumt von Dubai, Hamburg von mehr Langstrecken dank Fehmarnbelt-Tunnel und die Lufthansa von Staatsgeld für Zubringerflüge.
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Ihr
David Haße
Herausgeber airliners.de