Liebe Leserinnen und Leser,
wer in dieser Woche über das Vorfeld des BER blickt, entdeckt möglicherweise ein ungewöhnliches Gefährt: Roboxi, ein batteriebetriebenes, teilautonomes Testfahrzeug, das seit Mitte August Fremdkörper auf Start- und Landebahnen aufspürt. Ich habe die Bedienerstation besucht und war live dabei, als das gerade einmal 3,82 Meter lange Fahrzeug seine Runden über das Vorfeld drehte. Der BER ist damit der erste deutsche Flughafen, der eine solche FOD-Erkennung im laufenden Betrieb erprobt – auf Autonomielevel drei, also überwacht und ferngesteuert, aber schon erstaunlich eigenständig unterwegs. Bis zur vollen Autonomie, schätzt Projektleiter Stephan Schubert, werden aber noch fünf bis zehn Jahre vergehen.
Zwei weitere Beiträge dieser Ausgabe blicken über die Tagesaktualität hinaus in die Zukunft der Mobilität. Luftfahrtjournalist Detlef Döbberthin zeigt in seinem Gastbeitrag, wie andere Länder mit PSO-, EAS- und UDAN-Programmen Regionen am Luftverkehrsnetz halten, für die sich Strecken für Airlines längst nicht mehr rechnen – und plädiert dafür, dass auch Deutschland, das seine letzten geförderten Regionalstrecken vor Jahren verloren hat, über eine Rückkehr zu solchen Modellen nachdenkt. In seiner Kolumne "Die Mobilitätsformel" nimmt sich Klaus Radermacher unterdessen ein Zukunftsthema vor: Flugtaxis. Sein nüchterner Befund nach Zahlen, Daten und Fakten: China führt bei autonomen Systemen, die USA bei bemannten eVTOL-Konzepten – während die deutschen Hoffnungsträger Lilium und Volocopter beide in der Insolvenz landeten.
Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: David Haße hat sich durch die Wahlprogramme aller Parteien gearbeitet und zeigt, was für eine geringe Rolle der Luftverkehr im Wahlkampf spielt – obwohl das Land derzeit um die Zukunft seines wichtigsten Flughafens Rostock-Laage ringt. Und in unseren Gedankenflügen ordnen wir ein, warum Tap Air Portugal trotz wachsender Passagierzahlen tief in den roten Zahlen bleibt – mitten in der entscheidenden Phase der Privatisierung, in der Lissabon nun von Air France-KLM und der Lufthansa Group nachgebesserte Angebote verlangt.
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Ihr
Alexander Fink
Chef vom Dienst airliners.de