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In Berlin gruseln sich derzeit nicht wenige vor einer möglichen Links-geführten Regierung. Das gilt auch für viele in der Luftfahrt. Denn die Linke hat ein paar ganz schön krasse Schoten in Bezug auf Luftverkehr – beziehungsweise in Bezug auf dessen Begrenzung – im Wahlprogramm zu stehen. Dass Regieren selbst in der Hauptstadt kein Wunschkonzert ist, zeigt jetzt schon mal präventiv Brandenburg. Eine drastische Ausweitung des Nachtflugverbots wird es am BER mit dem Flughafen-Partner-Bundesland jedenfalls nicht geben. Zum ebenfalls von der Berliner Linken geforderten Verbot von Privatjets hat Brandenburgs Verkehrsminister nichts gesagt. Schönhagen würde es sicher freuen.
Hochfliegende Pläne gibt es aber nicht nur in der Hauptstadt. In Hamburg freuen sich Regionalpolitikerinnen derweil schon auf den zukünftigen Fehmarnbelt-Tunnel. Dann kann man nämlich von Hamburg aus deutlich schneller nach Kopenhagen fahren, um dort ins Flugzeug zu steigen. Regieren da etwa die Linken? Nein, das hat eine SPD-Frau gesagt. Und wissen Sie was? Hamburgs Wirtschaftssenatorin will gar nicht, dass dann alle Hamburger ab Kopenhagen fliegen. Sie glaubt im Gegenteil tatsächlich, dass dann Airlines "wegen der neuen Konkurrenz" mehr Langstrecken ab Hamburg anbieten werden.
Landepunkt mit Haken
Zurück nach Berlin, wo auch die Hoffnung auf Dubai Haken hat. Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle kommentiert, dass ich das neue Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten doch recht einseitig finde. Damals kannte ich aber noch nicht alle Details.
Denn jetzt kommt raus, dass am weiteren Landepunkt in Deutschland für eine VAE-Airline doch noch einige "Strings attached" sind. Die Airline, die diesen neuen Landepunkt nutzen will, darf dann überall woanders in Deutschland nicht weiter die Frequenzen erhöhen, wie es bislang möglich war. Interessant. Zudem gibt es wohl Regelungen zu Fünfte-Freiheits-Flügen, die auch nicht nur Berlin betreffen. Und Emirates? Tja, die überlegen noch.
Das, meine lieben Leser, haben einige von Ihnen damals nicht richtig verstanden (ich habe dazu viele Mails bekommen). Aber es ist, wie es ist: Dass tatsächlich Emirates nach Berlin kommt, das ist noch gar nicht klar. Im Rennen sind nach wie vor auch Etihad, Air Arabia und sogar Flydubai.
Wer zahlt, fliegt – oder auch nicht
Und dann wäre da noch die Anbindung der Regionen. Die Lufthansa-Idee, die Bundesländer für regionale Flüge einfach selbst zahlen zu lassen, scheint in der Politik irgendwie nicht auf besonders viel Gegenliebe zu stoßen. Offenbar haben sich zu viele Länder damit in der Vergangenheit bereits die Finger verbrannt.
So wirklich gut würde das in Deutschland ohnehin nicht klappen. Das ist jedenfalls meine Einschätzung. Denn neben jemandem, der bereit ist, PSO-Flüge zu subventionieren, braucht es auch noch eine Genehmigung der EU. Die gibt es aber nur für Flüge zu Orten, die anders kaum schnell zu erreichen sind.
Die EU-Leitlinien besagen schließlich, dass ein Regionalflughafen keine Daseinsvorsorge-Subventionen bekommen darf, wenn ein anderer, gut ausgebauter Flughafen im Umkreis von 60 Minuten Fahrzeit zu erreichen ist. Da wir in Deutschland nur einen Flughafen auf einer Insel haben – diese Insel aber leider sogar einen Bahnanschluss hat – bleibt als sogenannter DAWI-Flughafen eigentlich nur Rostock. Oder habe ich einen übersehen?
Hochfliegende Lokalpossen, wohin man schaut. Ist doch schön.
Tipp: Noch mehr Gedankenflüge gibt es zum Hören: Den airliners.de-Podcast "Gedankenflüge" gibt es überall, wo es Podcasts gibt.