Bundesregierung gewährt VAE-Airline fünften Landepunkt in Deutschland, © AirTeamImages.com/Alvin Man
Airbus A380 von Etihad im Vordergrund, im Hintergrund ein Airbus A380 von Emirates. : Zwei Airbus A380 auf dem Vorfeld eines Flughafens bei klarem Tageslicht: Ein Etihad A380 in gold/weiß-grauer Livery rollt im Vordergrund, dahinter ein Emirates A380. Sichtbar sind Rollwege, Bodenfahrzeuge und eine entfernte Stadtsilhouette. © AirTeamImages.com / Alvin Man
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/03\/purchased-33-44OfNu__wide__824?v=1772789571","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 AirTeamImages.com\/ Alvin Man"},"caption":"Airbus A380 von Etihad im Vordergrund, im Hintergrund ein Airbus A380 von Emirates.: Zwei Airbus A380 auf dem Vorfeld eines Flughafens bei klarem Tageslicht: Ein Etihad A380 in gold\/wei\u00df-grauer Livery rollt im Vordergrund, dahinter ein Emirates A380. Sichtbar sind Rollwege, Bodenfahrzeuge und eine entfernte Stadtsilhouette."}

Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich auf eine Ausweitung der Luftverkehrsrechte geeinigt. Eine Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) dürfe zusätzlich zu ihren bisherigen vier deutschen Zielen eine weitere Destination in Deutschland anfliegen.

Konkret teilte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) mit, dass die Bundesregierung "die internationale Konnektivität deutscher Flughäfen verbessern und den Wettbewerb dabei fair gestalten" wolle. "Nach jahrelangen Verhandlungen sind wir endlich zu einem zukunftsfähigen Ergebnis gekommen", hieß es.

"Indem wir ab sofort einer Airline der VAE zu ihren bislang vier Landepunkten einen weiteren und damit fünften Landepunkt in Deutschland gewähren, binden wir Deutschland noch besser an die VAE an."

Mehr als sieben zusätzliche Flüge pro Woche darf die Airline, die nicht namentlich genannt wird, ab dem neuen Landepunkt, der ebenfalls nicht genannt wird, laut Ministerium aber nicht anbieten. Weiterflüge in Drittstaaten, also sogenannte "Fünfte-Freiheits-Flüge", bei denen die Flugzeuge nach einem Zwischenstopp etwa in Berlin weiterfliegen, schließt die Bundesregierung ebenfalls aus.

Bilger begründete den Schritt mit dem Ziel, deutsche Flughäfen international besser anzubinden. "Damit stärken wir den Luftverkehrsstandort Deutschland", sagte Bilger weiter.

Interessant an der Ankündigung ist, dass Deutschland und die VAE sich offensichtlich nicht darauf geeinigt haben, dass alle Airlines aus den VAE dieselben zusätzlichen Verkehrsrechte zugestanden bekommen. Welche zusätzlichen Möglichkeiten deutsche Airlines bekommen sollen, geht aus dem Statement ebenfalls nicht hervor. Die Regelung soll "ab sofort" gelten. Weitere Zeitpläne für die Aufnahme von Flügen werden nicht genannt.

Der Staatschef der Emirate, Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, hält sich derzeit zu einem Staatsbesuch in Deutschland auf.

VAE entscheidet über Airline

Aus Insiderkreisen erfuhr airliners.de, dass die angepassten Verkehrsrechte nun zunächst in den Vereinigten Arabischen Emiraten debattiert werden sollen. Klar sei noch nicht, welche Airline den Zuschlag bekommt. Zuletzt hatte vor allem Emirates um weitere Landerechte in Deutschland geworben. Emirates fliegt bereits Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an – genau die vier Ziele, die das Ministerium als bisherige Landepunkte beschreibt.

Dem Vernehmen nach hat nun aber auch Etihad Interesse für Berlin-Flüge angemeldet. Bestätigen wollte dies offiziell keine der beteiligten Fluggesellschaften. Etihad bedient in Deutschland aktuell auch nur drei Destinationen: Frankfurt, München und Düsseldorf.

Derweil ist klar, dass wohl Berlin das fünfte Ziel in Deutschland werden soll.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner erklärte, mit dem neuen Luftverkehrsabkommen könne die Fluggesellschaft Emirates täglich Flüge von Berlin nach Dubai anbieten. Die bessere Anbindung des Hauptstadtflughafens sei ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Ostdeutschland. "Bessere internationale Anbindungen schaffen neue Chancen für Investitionen, Unternehmen und Arbeitsplätze in ganz Ostdeutschland", ergänzte der CDU-Politiker.

Neben Berlin hatte Emirates auch Interesse für Stuttgart angemeldet.

Doch auch in den VAE wird Berlin bereits genannt. "Jedes Jahr besuchen zehntausende Menschen aus Berlin die Vereinigten Arabischen Emirate, und wir hoffen, dass diese Entwicklung weiter zunimmt", sagte der VAE-Präsident nach den Verhandlungen.

Entsprechend ist man in Berlin und Brandenburg bereits optimistisch, demnächst eine weitere Golf-Verbindung zu bekommen. "Damit wird der Hauptstadtflughafen BER international noch besser angebunden", erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der al-Nahjan am Donnerstag getroffen hatte. Mit täglichen Langstreckenflügen von Berlin nach Dubai rückten "zwei wachsende Wirtschaftsregionen noch enger zusammen".

"Die Voraussetzungen für eine regelmäßige Emirates-Verbindung zum Flughafen Berlin-Brandenburg sind geschaffen", hieß es auch in einer Mitteilung des Brandenburger Verkehrsministeriums. Die Hauptstadtregion könne so ihre internationale Anbindung ausbauen und erhielte bessere direkte Zugänge zu einem der weltweit bedeutenden Luftverkehrsdrehkreuze.

Die einzige Direktverbindung vom BER nach Dubai wäre es allerdings nicht. Im Winterflugplan bieten auch Condor (ab dem 25. Oktober) und Eurowings (ab dem 1. November) Flüge dorthin an.

Widerstand von Lufthansa und aus Hessen

Die Lufthansa kritisierte die zusätzlichen Verkehrsrechte für den Konkurrenten. Damit würden Wertschöpfung und Beschäftigung an den Golf verlagert sowie die schon bestehende Wettbewerbsverzerrung zu Gunsten der VAE verstärkt. Der Schritt sei das Gegenteil von einer Stärkung des Luftverkehrsstandorts. "Diese Bundesregierung schießt zu viele Eigentore", erklärte die Lufthansa.

Schon seit Jahren wird über zusätzliche Verkehrsrechte für Emirates diskutiert. Der Berliner Senat hat in der Vergangenheit immer wieder für mehr Langstreckenflüge am BER geworben, auch im Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September wurde über mehr Flüge am BER diskutiert. Mehr Langstreckenflüge werden dabei von den Spitzenkandidaten aller großen Parteien gutgeheißen.

Im Februar hatte sich die Bundesregierung offen für Start- und Landemöglichkeiten für die Fluggesellschaft am Hauptstadtflughafen BER gezeigt. Der Wettbewerber Lufthansa lehnt eine weitere Lizenz für den Konkurrenten in Deutschland ab.

Die Entscheidung fiel nun auch trotz des ausdrücklichen Widerstands aus Hessen. Der dortige Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) hatte sich bis zuletzt gegen eine Ausweitung der Verkehrsrechte für arabische Fluggesellschaften in Deutschland ausgesprochen. "Ich halte das für nachteilig für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland", hatte der auch als stellvertretender hessischer Ministerpräsident amtierende Mansoori noch am Mittwoch den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt.

Emirates werde seine Verkehrsleistung beispielsweise über den eigenen Hub am Golf abwickeln und nicht aus Deutschland, sagte Mansoori weiter. Anderen Hub-Airlines aus dem nichteuropäischen Ausland in Deutschland "den roten Teppich auszurollen", führe dazu, "dass Wirtschaftsleistung abwandert und die gleichen Verkehrsleistungen aus dem nichteuropäischen Ausland abgewickelt werden - zu schlechteren Löhnen und schlechteren Umweltbedingungen". Er lehne eine Ausweitung der Verkehrsrechte ab.

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 36/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 36/2026
Mobilitätsformel Flugtaxis, © airliners.de/Airbus
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/09\/mobilitatskolumne-flugtaxis2-x5QXWz__square__360?v=1788444054","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/Airbus"},"caption":"Mobilit\u00e4tsformel Flugtaxis"}

Flugtaxis und autonome Luftmobilität

Mobilitätsformel (9) In seiner Kolumne "Die Mobilitätsformel" vergleicht Dr. Klaus Radermacher Verkehrssysteme auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten. Diesmal zeigt er: China führt bei autonomen Flugtaxis, die USA bei bemannten eVTOL-Systemen, während Lilium und Volocopter in Deutschland insolvent gingen.

12 min
Ausgabe lesen
Roboxi auf Vorfeld des BER im Hintergrund Terminal und Tower, © airliners.de/Alexander Becker
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/09\/roboxi-auf-vorfeld-des-ber-im-hintergrund-terminal-und-tower-QvSGmK__square__242?v=1788339247","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ Alexander Becker"},"caption":"Roboxi auf Vorfeld des BER im Hintergrund Terminal und Tower"}
Bombardier-Turbopropflugzeug von LGW., © AirTeamImages.com/Daniel Nicholson
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2019\/01\/00_76328316d4e2e46ce3de3f87c19cdeb6__square__242?v=1643977975","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 AirTeamImages.com\/ Daniel Nicholson"},"caption":"Bombardier-Turbopropflugzeug von LGW."}
Ein Airbus A321 der Tap Air Portugal nähert sich im Morgengrauen der Landung in Lissabon., © DPA/Armando Franca
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/07\/5fb9fc00ff87ea29-z9nJkO__square__242?v=1785426595","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Armando Franca"},"caption":"Ein Airbus A321 der Tap Air Portugal n\u00e4hert sich im Morgengrauen der Landung in Lissabon."}
Gedankenflüge

Tap-Poker: Zahlen, die zu denken geben

Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

IU International University of Applied Sciences

WIR SIND DIE IU!

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

Flughafen Memmingen GmbH

Memmingen Airport - Der Unternehmerflughafen

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

HiSERV GmbH

We make GSE simple and smart.

Zum Firmenprofil

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

Wildau Institute of Technology e. V. (WIT)

Berufsbegleitender Aviation-Master und Weiterbildungsformate

Zum Firmenprofil

TRAINICO GmbH

Kompetenz & Leidenschaft für die Luftfahrt

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

ch-aviation GmbH

Accurate data and news on the airline industry.

Zum Firmenprofil