Die Lufthansa stößt mit ihrem Vorschlag, unrentable Zubringerstrecken ostdeutscher Flughäfen zu den Drehkreuzen mit öffentlichem Geld abzusichern, bei Landesregierungen auf Zurückhaltung.
Weder Sachsen noch Mecklenburg-Vorpommern verfolgen derzeit Pläne für sogenannte Public Service Obligations (PSO), wie Anfragen von "Luftraum Ost" ergaben.
Das sächsische Finanzministerium hält das Instrument für den dauerhaften Erhalt von Flugverbindungen für "eher ungeeignet", solange der regionale Nutzen die Fördermittel nicht deutlich übersteigt. Einzelne Strecken habe das Land bislang nicht untersucht, teilte das Ministerium mit.
Noch klarer fällt die Absage aus Mecklenburg-Vorpommern aus, das bereits Erfahrungen mit geförderten Flügen gesammelt hat. Zwischen 2002 und 2009 hatte das Land Verbindungen von Rostock-Laage nach München und zeitweise nach Köln/Bonn mit im Schnitt rund 1,7 Millionen Euro jährlich bezuschusst.
Die Auslastung lag nach Angaben des Wirtschaftsministeriums damals aber nur bei etwa 48 beziehungsweise rund 32 Prozent. Das Ministerium nannte die Förderung deshalb "nicht zielführend", eine neue PSO-Route ab Rostock-Laage sei nicht geplant. Aus Thüringen steht eine angekündigte Stellungnahme noch aus.
Die Lufthansa hatte PSO im September in einem Politikbrief als Ausweg ins Spiel gebracht, falls die Bundesregierung die Standortkosten nicht spürbar senkt. Den Metropolregionen bleibe dann "nur die Möglichkeit einer lokalen Lösung", sagte eine Konzernsprecherin.
Die EU lässt solche Zuschüsse nur für Strecken zu, die für eine Region als unverzichtbar gelten und die der Markt nicht ausreichend bedient. Die Verbindungen müssen europaweit ausgeschrieben werden. In Deutschland war die letzte geförderte Inlandsstrecke Erfurt–München im Dezember 2011 eingestellt worden. Thüringen hatte sich auf eine Anfrage des portals hin nicht geäußert.