Emirates hat trotz neuer Verkehrsrechte für Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) noch nicht entschieden, ob sie Flüge zwischen Dubai und Berlin Brandenburg aufnehmen will oder nicht.
Die Airline prüfe die Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den VAE, sagte ein Unternehmenssprecher der "FVW". Sobald es etwas mitzuteilen gebe, werde Emirates informieren.
Nach der neuen Vereinbarung darf eine Fluggesellschaft aus den VAE sieben wöchentliche Flüge zusätzlich zu ihrem bisherigen Deutschland-Angebot durchführen. Darüber hinaus ist dann dem Vernehmen nach aber kein weiteres Wachstum mehr an anderen Flughäfen in Deutschland möglich.
Zusätzliche Frequenzen nur mit Auflagen
Nutzt Emirates die Rechte für Berlin, wären etwa eine dritte tägliche München- oder eine potenzielle vierte Frankfurt-Verbindung damit vorerst ausgeschlossen. Drei Verbindungen nach München hatte die Airline in der Vergangenheit schon einmal angeboten.
Auch in Düsseldorf oder Hamburg wäre weiteres Wachstum dann nicht mehr möglich. Bislang waren VAE-Airlines lediglich auf Destinationen begrenzt, sie konnten so viele Flüge zu den vier Zielen in Deutschland anbieten, wie sie wollten.
Ein Airbus A380 auf dem Vorfeld des Flughafens München. © Flughafen München GmbH
Doch das neue Abkommen geht noch weiter. So verliert die Airline, die die neuen Rechte in Anspruch nimmt, die bislang gewährte Möglichkeit, von deutschen Flughäfen aus in Drittstaaten weiterzufliegen. Solche Verkehrsrechte der "fünften Freiheit" hatte Emirates früher etwa für eine Strecke Hamburg–New York genutzt.
Der "FVW" zufolge muss der Nutzer der zusätzlichen Rechte zudem seine Wirtschaftsdaten offenlegen. Von airliners.de befragte Insider bestätigen die neuen Auflagen im Abkommen im Wesentlichen. Die Wachstumsbegrenzung sei unstrittig, die Aufgabe von "fünfte Freiheit"-Flüge dagegen eher "Auslegungssache".
Die neue Regelung war im September beim Deutschlandbesuch von VAE-Präsident Scheich Mohammed bin Sajid vereinbart worden. Sie öffnet Emirates – oder einer anderen Airline aus den VAE – erstmals den Weg nach Berlin.
Für diese Verbindung hatte sich Emirates-Präsident Tim Clark über viele Jahre eingesetzt. Seinen nächsten offiziellen Auftritt in Deutschland hat Clark auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung Anfang November.
Weitere Airlines aus den VAE kommen infrage
Einem Insider zufolge wird derweil sowohl in Dubai als auch in den übrigen Emiraten noch intensiv darüber beraten, wie mit der Vereinbarung umzugehen sei.
Noch sei absolut nicht klar, ob es tatsächlich zu Emirates-Flügen in die deutsche Hauptstadt komme. Falls es allerdings dazu komme, wären Emirates-Berlin-Flüge wohl erst zum Sommer 2027 realistisch. Zuvor war bekannt geworden, dass Emirates in Berlin bereits Slots ab vergangenem September beantragt hatte.
Grundsätzlich können sich auch andere Fluggesellschaften aus den VAE um die zusätzlichen Rechte bemühen. Etihad Airways mit Sitz in Abu Dhabi bedient derzeit Frankfurt, München und Düsseldorf.
Eine Boeing 787 von Etihad Airways. : Seitliche Ansicht einer Etihad Airways Boeing 787 Dreamliner in gold-beiger, geometrischer Lackierung. Das Flugzeug befindet sich im Anflug mit ausgefahrenem Fahrwerk; zwei Triebwerke, schlanke, leicht aufgebogene Flügel und die markante Heckpartie sind deutlich sichtbar. © Etihad Airways
Airbus A320 Neo von Air Arabia am Flughafen München. : Weitwinkelaufnahme eines weißen Airbus A320neo der Air Arabia mit markanter roter Airline‑Beschriftung und roten Leitwerksakzenten. Das Flugzeug rollt auf dem Vorfeld des Flughafens München; Terminalgebäude und grauer, bewölkter Himmel im Hintergrund. © Flughafen München
Eine Boeing 737 Max 8 von Flydubai. © Flydubai
Air Arabia aus dem Emirat Sharjah fliegt nach München und nimmt im Dezember Frankfurt und Düsseldorf ins Programm. Flydubai ist in Deutschland bislang nicht vertreten.
In der DACH-Region fliegt Flydubai aber bereits Salzburg und Basel an.Mit Emirates arbeitet Flydubai auf einzelnen Strecken per Codeshare zusammen. Das von Clark angestrebte Produkt zwischen Berlin und Dubai ließe sich auf diese Weise allerdings nicht verwirklichen, schreibt "FVW".
Nach Informationen aus Branchenkreisen soll aus diesem Grund bereits ein Codeshare von Condor und Emirates auf der Strecke gescheitert sein. Condor hat ihre Dubai-Verbindung ab Berlin aus wirtschaftlichen Gründen aber zwischenzeitlich ohnehin aus dem Winterflugplan 2026/27 gestrichen.