Fraport hat im ersten Quartal seinen Umsatz um 1,6 Prozent auf 882 Millionen Euro gesteigert, wie der Flughafenbetreiber mitteilte. Das Ebitda legte um 10,4 Prozent auf 196 Millionen Euro zu und übertraf damit den Analystenkonsens von 192,8 Millionen Euro. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein saisontypischer Verlust von knapp 18 Millionen Euro.
Der Nahost-Verkehr war im Quartal um 70 Prozent eingebrochen. Zuwächse in anderen Regionen – insbesondere nach China, Indien, Thailand und Afrika, wo der Verkehr jeweils um mehr als 20 Prozent wuchs – glichen den Rückgang aus.
Das Passagieraufkommen am Flughafen Frankfurt stieg im Quartal um 2,3 Prozent auf 12,7 Millionen. Konzernweit kletterte das Aufkommen um 5,2 Prozent auf 28,6 Millionen.
April deutlich schwächer
Im April brachen die Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen um einen "niedrigen zweistelligen Prozentsatz" ein, wie Fraport in seiner Ergebnispräsentation mitteilte. Neben dem Rückgang im Nahost-Verkehr um rund zwei Drittel entgingen dem Flughafen durch die Streiks bei der Lufthansa rund 500.000 Passagiere.
Der Flughafenbetreiber präzisierte seine Jahresprognose für Frankfurt: Das Passagieraufkommen wird nun am unteren Ende der Spanne von 65 bis 66 Millionen Passagieren erwartet.
Jahresprognose bestätigt
Trotz der Belastungen hält Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte an den Gesamtjahreszielen fest. "Für das Gesamtjahr halten wir an unserer Prognose für 2026 fest, basierend insbesondere auch auf den Aussagen der Bundesregierung zur gegebenen Versorgungssicherheit mit Kerosin", sagte Schulte.
Konzernweit werden 188 bis 195 Millionen Passagiere erwartet. Das Konzern-Ebitda soll auf bis zu 1,5 Milliarden Euro steigen. Die Fraport-Aktie hat seit Beginn des Iran-Konflikts rund 17 Prozent an Wert verloren.
Die Prognose steht unter einem expliziten Vorbehalt: Sie gilt nur, sofern die Kerosinversorgung nicht unterbrochen wird, wie Finanzvorstand Matthias Zieschang betonte.
Der Konzerngewinn vor Minderheitsanteilen dürfte 2026 auf 300 bis 400 Millionen Euro sinken – bedingt durch höhere Zinsen und Abschreibungen infolge abgeschlossener Ausbauprojekte, darunter das neue Terminal 3 in Frankfurt.
Der Nationale Sicherheitsrat hatte im April nach einer Sitzung mit Vertretern von Bund, Ländern und Sicherheitsbehörden vorläufig Entwarnung bei möglichen Treibstoffengpässen gegeben. Die Kerosinvorräte seien für "absehbare Zeit" ausreichend, zudem gebe es "Raffinerieoptionen" für eine schnelle Reaktion auf mögliche Versorgungslücken.
Gebannt ist die Gefahr jedoch nicht: EU-Energiekommissar Dan Jørgensen erklärte am Dienstag in Brüssel, die EU bereite sich auf mögliche Versorgungsengpässe vor – besonders bei Flugkraftstoff.