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Ryanair verfehlt Prognose: Gewinn sinkt um ein Drittel, © DPA/Jörg Carstensen
Ryanair-Flugzeuge am Flughafen BER. : Zwei Ryanair-Boeing 737 auf dem Vorfeld und der Rollbahn des Flughafens BER. Im Vordergrund steht ein Flugzeug auf dem betonierten Vorfeld, im Hintergrund rollt ein zweites bei trübem Wetter. © DPA / Jörg Carstensen
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Niedrigere Ticketpreise und gestiegene Treibstoffkosten haben den Gewinn des Billigfliegers Ryanair im abgelaufenen Quartal einbrechen lassen. Der Gewinn nach Steuern sank im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 (April bis Juni) im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 538 Millionen Euro und blieb damit unter der von Analysten erwarteten Marke von 579 Millionen Euro. Die Airline verwies auf eine Verunsicherung der Verbraucher wegen des seit fünf Monaten andauernden Iran-Kriegs und der allgemein schwächeren Wirtschaftslage.

Die Ticketpreise seien im ersten Quartal um sechs Prozent gefallen, erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Grund dafür sei vor allem der Nahostkonflikt gewesen, "der zu einer zurückhaltenden Verbrauchernachfrage, Sorgen über eine Verknappung von Flugbenzin in der EU, wirtschaftlicher Unsicherheit und späteren Buchungen führte", so O'Leary.

Ryanair hatte rund 80 Prozent ihres Kerosinbedarfs preislich abgesichert; für die verbleibenden 20 Prozent hat sich der Preis im Quartal mehr als verdoppelt. Die Betriebskosten stiegen deswegen insgesamt um elf Prozent auf 3,81 Milliarden Euro.

Die Zahl der Passagiere wuchs im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 61,3 Millionen. Weil die Tickets im Schnitt sechs Prozent günstiger waren, legte der Umsatz nur um ein Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zu.

Reaktion der Anleger und Blick auf den Sommer

Nach Einschätzung von Analysten des Finanzdienstleisters Citi dürften die Ryanair-Aktien nach der verfehlten Prognose im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich niedriger eröffnen.

Für das laufende Sommerquartal von Juli bis September rechnet O'Leary mit leicht sinkenden Preisen im Vergleich zum Vorjahr. Zuvor hatte die Fluggesellschaft noch mit stagnierenden Ticketpreisen kalkuliert. Eine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2027 traut sich O'Leary weiterhin nicht zu.

Konsolidierung der Branche im Fokus

Finanzchef Neil Sorahan sagte mittelfristig aber wieder steigende Preise in Europa voraus. Wegen drohender Pleiten von Konkurrenten und einer Konsolidierung der Branche dürfte das Flugangebot im kommenden Winter deutlich schrumpfen – was sich positiv auf die Preise auswirken könnte, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Ein noch größerer Kapazitätsabbau sei zudem für den Sommer 2027 möglich. "Es gibt ein paar Leute, die stehen nah am Abgrund", sagte Sorahan. Die mögliche Übernahme des britischen Konkurrenten Easyjet, um den zwei US-Finanzinvestoren werben, könnte einen Dominoeffekt mit weiterer Konsolidierung auslösen.

Von den Hitzewellen in Europa spürt Europas größte Fluggesellschaft bei den Buchungen unterdessen keine Auswirkungen. Die Menschen wollten nach wie vor in den Süden reisen, buchten jedoch etwas später, erklärte Sorahan.

Wie stark der Nettogewinn im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres ausfällt, hänge laut Ryanair maßgeblich von der weiteren Eskalation der Konflikte in der Golfregion und der Ukraine, den Kosten für nicht preislich abgesichertes Kerosin sowie möglichen Streiks der europäischen Flugsicherung ab.

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Titelbild: airliners+ Magazin 44/2026
Ground Handling 8, © airliners.de/KI
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Automatisierung auf dem Vorfeld: Sind Branche und Belegschaft bereit?

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Roope Kekäläinen., © Max Mescher
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Mobilitätskolumne BER FRA, © airliners.de
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