Die Lufthansa Group bestellt 20 neue Langstreckenflugzeuge: zehn Airbus A350-900 und zehn Boeing 787-9. Der Aufsichtsrat des Konzerns stimmte der Order am Montag in Frankfurt zu. Den Parallelkauf beider Typen begründet der Konzern mit strategischen Synergien.
Der Listenpreis der Bestellung beläuft sich auf 7,7 Milliarden US-Dollar (rund sieben Milliarden Euro). Die Auslieferung der Maschinen ist für den Zeitraum 2032 bis 2034 geplant.
Welche Konzernairline die neuen Jets erhält und an welchem Drehkreuz sie zum Einsatz kommen, will die Lufthansa Group zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Nach Unternehmensangaben ersetzen die Flugzeuge ältere und damit weniger effiziente Modelle.
Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr erklärte, die Bestellung sei ein „klares Bekenntnis zu einer modernen Flotte, zu Premiumqualität und zur weiteren Reduzierung von CO2-Emissionen".
Flottenvereinfachung schreitet voran
Die Bestellung fügt sich in die seit Jahren laufende Modernisierung der Langstreckenflotte ein. Bis 2030 will die Lufthansa Group ihre Langstreckenflotte von derzeit 13 auf neun Typen vereinfachen. Ältere Vierstrahler und veraltete Modelle werden schrittweise durch effizientere Zweistrahler abgelöst.
Konkret verlässt der Airbus A340-600 die Lufthansa-Flotte zum 17. Oktober 2026. Die Boeing 747-400 folgt: Zwei bis vier der verbliebenen acht Maschinen werden bereits zur kommenden Wintersaison stillgelegt, nach dem Sommerflugplan 2027 ist für den Typ bei Lufthansa Schluss, wie Lufthansa bereits angekündigt hatte.
Die sukzessive Harmonisierung der Flotte senke Komplexität und steigere Effizienz sowie operative Stabilität. Gleichzeitig sinken Wartungs- und Betriebskosten.
Discover Airlines als Wachstumsträger
Bereits vor der Bestellung war klar, dass die Ferienflugtochter Discover Airlines neun zusätzliche Airbus A350 übernimmt, die ab 2029 sukzessive ausgeliefert werden sollen. Das sind aber noch Neuauslieferungen aus einer vorherigen Bestellung.
Discover Airlines soll damit Kapazitäten kompensieren, die durch die Ausmusterung älterer Langstreckenjets bei der Muttergesellschaft wegfallen. Der günstigere Kostenbetrieb der Ferienflugtochter ist ein weiterer zentraler Bestandteil des Konzernumbaus.
Zusammen mit der heutigen Bestellung umfasst die Orderliste der Lufthansa Group insgesamt 232 Flugzeuge neuester Technologie, darunter 107 Langstreckenjets der neuesten Generation.