Die Lufthansa Group wird ihre Langstreckenflotte in den kommenden Jahren grundlegend vereinfachen. Bis 2030 reduziert der Konzern die Zahl der eingesetzten Flugzeugtypen von derzeit 13 auf neun Modelle. Das teilte Lufthansa auf dem Kapitalmarkttag in München mit.
Sechs ältere Langstreckenmodelle scheiden schrittweise aus dem Betrieb aus. Den Anfang machen 2026 der Airbus A330-200, der derzeit bei Discover und Ita eingesetzt wird, sowie die Boeing 767-300 von Austrian Airlines und der Airbus A340-600 der Lufthansa Airlines.
Im Jahr 2027 folgen die Boeing 747-400 und der Airbus A340-300, der bei Lufthansa und Swiss im Einsatz ist. Als letztes Modell der Ausmusterungswelle verlässt 2028 die Boeing 777-200 von Austrian Airlines die Flotte.
Parallel dazu wächst die Gesamtflotte des Konzerns von aktuell 782 auf 814 Maschinen bis 2030. Der Anteil von Flugzeugen der neuesten Generation steigt dabei von derzeit 27 Prozent auf 58 Prozent.
Zu diesen modernen Jets zählen die Boeing 787-9 und 777-9 sowie der Airbus A350-900 und A350-1000. Auch der Airbus A330 Neo gehört zum künftigen Portfolio – er wird nach heutigem Stand ausschließlich bei Ita Airways eingesetzt, könnte aber unbestätigten Berichten zufolge auch bei Discover zum Einsatz kommen.
Vereinfachung betrifft alle Konzern-Airlines
Die Flottenvereinfachung betrifft sowohl die Hub-Airlines des Konzerns als auch die Point-to-Point-Carrier.
Nach Konzernangaben sinkt durch die Vereinheitlichung der Aufwand in Wartung, Crew-Planung und bei Ersatzteilen erheblich. Künftig sollen neue Maschinen mit einheitlichen Spezifikationen für alle Konzern-Airlines beschafft werden.
Lufthansa-Langstrecken-Flottenplanung bis 2030. : Die Grafik zeigt die geplante Vereinfachung und Modernisierung der Lufthansa-Langstreckenflotte bis zum Jahr 2030. Links werden aktuell und zukünftig eingesetzte Flugzeugtypen wie Boeing 747-8, 777-9, A350-1000, 787-9 sowie die geplante Ausmusterung älterer Modelle dargestellt. Auf der rechten Seite stehen Kennzahlen zur Flottenmodernisierung, unter anderem 81% moderne Jets bis 2030 und verschiedene Flottenanteile je Generation. © Lufthansa Group
Noch nicht endgültig geklärt ist die Zukunft des Airbus A380. Während die Boeing 747-8 weiterhin eingeplant bleibt, versah Lufthansa den Vierstrahler in der Präsentation mit einem Fragezeichen. Eine Entscheidung über den Einsatz nach 2030 stehe noch aus, hieß es.
Der Airbus A330-300 bleibt hingegen Teil der Flotte und wird den Planungen zufolge auch 2030 noch bei Brussels, Discover Airlines und Swiss im Einsatz sein.
Umschichtung weg von Lufthansa
Ganz generell baut die Lufthansa Group aktuell im Konzern um. Ziel ist eine effizienter aufgestellte Gruppe. Kostenvorteile erwartet das Management von neuen, effizienteren Flugzeugen, der Digitalisierung und der Verlagerung von Jets in Flugbetriebe mit geringeren Personalkosten wie etwas der neuen Lufthansa City Airlines, die demnächst nach München auch ab Frankfurt Zubringer übernimmt.
Eine besondere Rolle in der Strategie soll das neue und kostengünstige Drehkreuz Rom spielen. Hier hat Lufthansa-Neuzugang Ita Airways ihren Hub. Die Direktfluggesellschaft Eurowings wird ebenso gestärkt und erhält eine neue Boeing-737-Max-Teilflotte.
Das betrifft auch die Kurz- und Mittelstreckenflotte. Im Jahr 2030 soll nur noch rund die Hälfte der Kurz- und Mittelstreckenflotte bei der Lufthansa-Kerngesellschaft und der Regionaltochter Lufthansa Cityline fliegen, kündigt es an. Derzeit sind es noch rund 80 Prozent der entsprechenden Flugzeuge.