Die jüngsten Pläne des niederländischen Repräsentantenhauses, eine Steuer auf Transitpassagiere zu erheben, stößt auf Ablehnung bei KLM. Die Pläne würden die Konnektivität und Attraktivität des Amsterdamer Flughafens Schiphol beeinträchtigen, warnte die Fluggesellschaft.
Ein Sprecher von KLM sagte der Zeitung "De Telegraaf", dass die Fluggesellschaft 34 Prozent ihrer Transitpassagiere verlieren könnte, wenn die Steuer eingeführt würde. "Die Einführung einer Umsteigegebühr in Schiphol ist für KLM sehr beunruhigend. Sie hat große Auswirkungen und schadet der Wettbewerbsfähigkeit der Niederlande".
Die Entscheidung werde keinen Einfluss auf die Kohlendioxidemissionen haben und lediglich den Wettbewerb verzerren. Denn der Verkehr werde unweigerlich zu konkurrierenden Drehkreuzen verlagert, sagte eine Sprecherin in einer Erklärung.
"Die Sicherstellung gleicher Wettbewerbsbedingungen sollte oberste Priorität haben, damit die Fluggesellschaften die Mittel haben, ihre Dekarbonisierung zu beschleunigen", fügte sie hinzu.
KLM reagierte damit auf eine Mehrheitsentscheidung des niederländischen Repräsentantenhauses (Tweede Kamer) am 21. September, das einem Antrag der christdemokratischen CDA zustimmte. Dieser sieht die Erhebung einer Steuer auf Umsteigepassagiere und Nutzer von Privatjets vor. Die Einnahmen sollen dabei zur Senkung der Energiesteuern für niederländische Haushalte verwendet werden.
"Luftfahrt ist eine Branche ohne Grenzen"
"Die Luftfahrt ist eine Branche ohne Grenzen, und Air France-KLM ist überzeugt, dass Regelungen auf globaler oder zumindest europäischer Ebene getroffen werden sollten", so die Fluggesellschaft. "Air France-KLM betrachtet das Drehkreuz Schiphol als einen der wertvollsten Vermögenswerte der Gruppe und der Niederlande."
Die Gewerkschaft "De Unie" sagte voraus, dass die Maßnahme zu Arbeitsplatzverlusten führen werde. KLM hat in den Niederlanden nur einen kleinen Heimatmarkt. Ihre Langstreckenpassagiere holt die Airline daher aus anderen Ländern, unter anderem aus Deutschland.
Dieser Artikel ist in ähnlicher Form zunächst bei unserem Partner CH-Aviation erschienen.