Wizz Air hat ihre Kapazitäten für die zweite Hälfte des laufenden Geschäftsjahres um fünf Prozent gekürzt. Der Billigflieger reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Wettbewerbern ein, die ihre Wachstumspläne zurückfahren, weil der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Treibstoffkosten der Branche stark steigen lässt.
Der Krieg zwischen den USA und dem Iran verteuerte die Luftfahrtbranche nach Kosten so stark wie zuletzt während der Corona-Pandemie. Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic meldete in dieser Woche als erste europäische Airline infolge des Kriegs Insolvenz nach "Chapter 11" an.
Wizz Air teilte zudem mit, die Airline habe ihre Prognose für das RASK, den Umsatz je angebotenem Sitzplatzkilometer, im zweiten Quartal des Geschäftsjahres angehoben, das von Juli bis September läuft. Statt eines zuvor erwarteten Rückgangs im niedrigen einstelligen Prozentbereich rechne die Fluggesellschaft nun mit einem stabilen RASK auf Vorjahresniveau. Grund sei der stärker als erwartet ausgefallene Sommerumsatz. Die Aktie legte im frühen Handel um mehr als drei Prozent zu.
Wizz Air nannte zudem mittelfristige Finanzziele. Bis zum Geschäftsjahr 2030 solle der Umsatz auf zehn Milliarden Euro steigen und die EBIT-Marge zehn Prozent erreichen. Damit wolle die Fluggesellschaft nach einer turbulenten Phase wieder nachhaltig profitabel werden.
Zudem plane Wizz Air, bis zum Geschäftsjahr 2030 eine Flotte aus 335 Flugzeugen der neuen Generation zu betreiben und 127 Millionen Passagiere zu befördern. Aktuell betreibt die Fluggesellschaft 269 Flugzeuge und beförderte im vergangenen Geschäftsjahr 69,7 Millionen Passagiere.
Die neuen Ziele markieren einen Wendepunkt für Wizz Air. Die Fluggesellschaft kämpfte in den vergangenen zwei Jahren mit am Boden stehenden Flugzeugen wegen Triebwerksproblemen bei "Pratt & Whitney", mit stark steigenden Treibstoffkosten infolge des Kriegs zwischen den USA und dem Iran und mit einer Reihe von Verlusten. Nun will das Unternehmen Investoren davon überzeugen, dass sich das Ultra-Low-Cost-Modell in dauerhafte Erträge übersetzen lässt.