Wizz Air hat im Geschäftsjahr zum 31. März 2026 einen operativen Gewinn von 139,7 Millionen Euro erzielt und damit die Analystenerwartungen von 88,51 Millionen Euro deutlich übertroffen, wie aus von LSEG zusammengestellten Daten hervorgeht.
Die Aktie des ungarischen Billigfliegers legte daraufhin um vier Prozent zu und war damit kurzzeitig der stärkste Wert im FTSE-Midcap-Index. Dabei hatte der Nahost-Konflikt die Airline zuletzt rund 50 Millionen Euro Nettogewinn gekostet.
Gleichzeitig warnte die Airline vor sinkenden Erträgen im laufenden ersten Quartal: Der RASK – eine Branchenkennzahl für Einnahmen je verfügbarem Sitzkilometer – dürfte im Dreimonatszeitraum bis Ende Juni um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz sinken. Im zweiten Quartal bis September erwartet Wizz Air eine Stabilisierung auf annähernd unverändertem Niveau. Zuvor hatte die Airline ihre Jahresprognose bereits auf einen Break-even korrigiert.
Kein Jahresausblick wegen Iran-Krieg
Einen Ausblick für das neue Geschäftsjahr 2026/2027 gab das Unternehmen mit Sitz in Ungarn nicht. Als Grund nannte Wizz Air den Iran-Krieg und die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus, die die Airline zur Aussetzung von Strecken gezwungen hat. Diese Strecken machen rund fünf Prozent der gesamten Sitzplatzkapazität aus.
"Wir werden uns weiterhin auf unsere Kernmärkte konzentrieren, die volle Flottenauslastung wiederherstellen, wenn die Triebwerksverfügbarkeit sich verbessert, sowie Disziplin bei Kapazitätswachstum und Kostenkontrolle wahren", sagte CEO József Váradi in einer Mitteilung.
Nachdem Wizz Air im März bereits vor einem Nettoverlust durch die Auswirkungen des Krieges gewarnt hatte, hat die Airline seitdem auf bestehenden und neuen Strecken Kapazitäten aufgestockt und Angebote ausgebaut, um die Nachfrage im umsatzstarken Sommerreisegeschäft zu stützen. Der Buchungsstand für den Sommer liegt zwei Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Auf Strecken mit geringerer Nachfrage – insbesondere zu Zielen wie Zypern und Ägypten – senkte die Airline zudem die Preise für preisbewusste Reisende.