"Lufthansa Seeheim entwickelt sich weiter und wird digitaler"
Interview
Mit 483 Zimmern ist Lufthansa Seeheim nicht nur das einzige Hotel im Konzern, sondern auch eine der größten Tagungs-Locations in Deutschland. Geschäftsführer Kai Peters und Sales-Direktor Kristian Straub erklären im Interview, wie das Haus digitaler wird, warum ein Rebranding ansteht und weshalb es die Kranich-Schokolade nur an Bord gibt.
Hoch über der hessischen Bergstraße verschmelzen Hotellerie und Luftfahrt zu einer besonderen Einheit. Mit seinen 483 Zimmern gleicht Lufthansa Seeheim der Kapazität eines Airbus A380 – und ist damit das größte "stationäre Flugzeug" des Lufthansa-Konzerns. Seit über 50 Jahren dient das Haus als zentraler Ankerpunkt für die Kultur und Strategie des Konzerns. Aber auch branchenfremde Kunden und Unternehmen spielen eine wichtige Rolle. Georg Wesch hat vor Ort mit Geschäftsführer Kai Peters und dem Direktor Sales & Marketing Kristian Straub über den "Group Switch", die digitale Reisekette und die Frage gesprochen, warum man im Odenwald vergeblich nach der berühmten Kranich-Schokolade sucht.
airliners.de: Lufthansa Seeheim ist eines der größten Tagungshotels Deutschlands. Wieso verfügt die Lufthansa Group überhaupt über ein eigenes Hotel?
Kai Peters: Der Nukleus von Seeheim war kein klassisches Hotel, sondern ein Schulungszentrum, denn als solches wurde es vor über 50 Jahren gegründet. Es war ein Ort, an den man für Tage oder Wochen aus aller Welt kam, um geschult zu werden. Über die Jahre hat sich das Haus massiv entwickelt.
Heute verstehen wir uns als modernes, kulturelles Zentrum und die Begegnungsstätte der Lufthansa Group. Daher ist es auch für die Integration neuer Konzerntöchter elementar.
Kai Peters ist seit Juni 2025 Geschäftsführer des Tagungshotels Lufthansa Seeheim. Er ist seit 2001 in unterschiedlichen Funktionen im Lufthansa-Konzern im In- und Ausland tätig. Zuletzt im Bereich Customer Experience Design.
Wenn man durch das Haus geht, ist der "Lufthansa-Look" unverkennbar. Doch die Lufthansa hat sich zur Multi-Brand-Group gewandelt. Wie reagieren Sie darauf?
Während das Lufthansa-Schulungszentrum in den 1970er Jahren noch der Lufthansa Passage zugeordnet war, positioniert sich der Standort seit dem Neubau und der Wiedereröffnung 2009 als zentrales Zuhause der gesamten Lufthansa Group. Die Stärkung der Konzernmarke bietet nun die ideale Gelegenheit, dieses "Home of the Group" auch kommunikativ und visuell klar hervorzuheben. Wir orientieren uns dabei eher an den Premiumfarben der Lounge-Bereiche und weniger an dem reinen Lufthansa-Gelb, das man bisher etwa noch als Schrift über dem Hotelbett findet.
Kristian Straub: Vor diesem Hintergrund treiben wir aktuell ein Rebranding voran, um die Vielfalt der Gruppe künftig noch klarer sichtbar zu machen.
Kristian Straub ist Direktor Sales & Marketing und in dieser Funktion bereits über zwölf Jahre im Tagungshotel Lufthansa Seeheim tätig. Zudem ist er Vorsitzender des Tourismusausschusses der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar.
Das operative Training, wie Simulatoren oder Safety-Training, findet aktuell bei Lufthansa Aviation Training (LAT) statt. Wo ziehen Sie die Trennlinie? Was genau findet hier statt?
Kai Peters: In Seeheim finden vor allem Schulungen und Weiterbildungen im Hinblick auf die Soft Skills, die Strategie und die Führungskräfteentwicklung statt. Die LAT macht also das "wie man fliegt", wir machen das "wie wir führen". Bei uns finden zum Beispiel die "Cargo Basics" statt – junge Talente der Cargo-Sparte verbringen hier ihre Grundausbildung. Das schweißt zusammen.
Interview
Der Flughafen Wien rechnet trotz des Iran-Konflikts nicht mit einem Kerosinmangel im Sommer. Warum Wien dennoch 2,5 Millionen Passagiere an Bratislava verloren hat und was Julian Jäger, Vorstand des Flughafen Wien, trotzdem optimistisch stimmt, erklärt er im Interview mit airliners.de.
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