"Wien hat weniger Flugbewegungen als 2008, aber fast doppelt so viele Passagiere", © Flughafen Wien
Julian Jäger. : Julian Jäger steht in einem hellen Innenraum vor großen Fenstern und gestikuliert im Anzug. Tageslicht und unscharfe Pflanzen prägen den Hintergrund. © Flughafen Wien
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Krieg, Kerosinsorgen, Passagierverluste durch abwandernde Billigflieger und ein milliardenschweres Terminalprojekt: Der Flughafen Wien navigiert durch unruhiges Fahrwasser. Luftfahrtjournalist Michael Csoklich hat sich mit Julian Jäger, Vorstand des Flughafen Wien, über die Auswirkungen des Iran-Konflikts, die Abgänge von Wizz Air und Ryanair, die Luftverkehrsteuer und den Weg zum Fünf-Sterne-Airport unterhalten.

airliners.de: Eine Krise jagt in der Luftfahrt die nächste. Nach Corona und dem Krieg in Gaza erleben wir jetzt den Krieg der USA gegen den Iran. Ist Krisenbusiness für den Flughafen Wien schon der Alltag?

Julian Jäger: Ja, in den vergangenen Jahren schon, und man hat den Eindruck, die Abfolge der Krisen wird immer schneller. Die Luftfahrt aber war immer von Krisen getrieben, relativ starken Rückgängen sind dann aber immer schnelle Zuwächse gefolgt. Aber es wird intensiver.

Sie wünschen sich also wieder einmal ruhige Jahre.

Ja. Aber es geht nicht darum, was wir uns wünschen, sondern wir müssen damit umgehen, wie die Welt ist. Da hat man den Eindruck, sie entwickelt sich turbulenter und mit größeren Veränderungen, als man das die 30, 40 Jahre davor gewohnt war.

Sie wird verrückter, die Welt.

Das liegt im Auge des Betrachters, aber ja, ich würde dem Befund zustimmen. Und sie, weniger dramatisch, als weniger rational bezeichnen.

Kann man sagen, das Thema Kerosinmangel ist das Besondere an dieser Krise?

Ich denke, das ist ein unangenehmes Nebenprodukt dieser Krise. Die Gefahr eines Kerosinmangels wird in unseren Breiten etwas übertrieben dargestellt. Ich möchte schon klarstellen, dass wir in sehr enger Abstimmung mit der OMV sind, die ja nur vier Kilometer vom Flughafen entfernt Kerosin produziert. Das ist beruhigend.

Sie wird solange Kerosin liefern, solange sie Rohöl bekommt. Und sollte die OMV einmal kein Rohöl mehr haben, haben wir andere Probleme, als die Frage, wo der nächste Urlaub hingeht, dann geht es wirklich ans Eingemachte.

Also kein Kerosinmangel in Wien.

Auch wenn ich im persönlichen Umfeld viele Menschen höre, die meinen, heuer könnten sie nicht auf Urlaub fliegen, weil es vielleicht kein Kerosin gibt: Ich rechne nicht damit, dass wir im Sommer einen Kerosinmangel sehen.

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Easyjet im Partymodus, Condor trauert., Montage: © airliners.de/Carlo Marcora/bxluc
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