Eurowings-Langstrecke könnte nach Frankfurt kommen

06.11.2018 - 13:50 0 Kommentare

Eurowings konzentriert ihre Langstrecke auf Düsseldorf und München. Lufthansa-Chef Spohr äußert Überlegungen, dass die Widebody-Jets der Tochter bald am Kranich-Heimatflughafen Frankfurt operieren könnten.

A330 von Eurowings: Die Langstrecke wird bislang operiert von Sun Express Deutschland und Brussels Airlines. - © © AirTeamImages.com - Alun Morris Jones

A330 von Eurowings: Die Langstrecke wird bislang operiert von Sun Express Deutschland und Brussels Airlines. © AirTeamImages.com /Alun Morris Jones

Die Langstrecke von Eurowings könnte bald an den Flughafen Frankfurt kommen. Zudem überlege man gerade, weitere A330, die für Eurowings operiert werden, nach München zu verlegen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr vor Analysten. Ein Konzernsprecher wies daraufhin, dass dies bislang lediglich Überlegungen sind und es noch keinen konkreten Zeitplan gebe.

Die Langstrecken-Operations der Eurowings ist ohnehin gerade in Bewegung: Seit diesem Sommer heben zwei Widebody-Jets, betrieben von Sun Express Deutschland, am Kranich-Hub München ab. Daneben operierten Sun Express und Brussels Airlines weitere Flugzeuge (A330 und A340) von NRW aus.

Ursprünglich startete das Interkontinental-Angebot der Lufthansa-Billigtochter 2015 in Köln/Bonn. Im Februar dieses Jahres verkündete das Management um Eurowings-Chef Thorsten Dirks allerdings offiziell, dass die Langstrecke nach Düsseldorf wechseln sollte.

Zwischenzeitlich drei Standorte

Mit Beginn des Sommers bot Eurowings dieses Geschäft also von drei Airports an: Düsseldorf, Köln/Bonn und München. Seit dem Winter sind es nur noch zwei Flughäfen: Düsseldorf und München:

Darstellung: © airliners.de

Gleichzeitig stieg auch die Zahl der betriebenen Langstreckenmaschinen kontinuierlich an. Hob im Winter 2015/16 lediglich eine von Sun Express Deutschland betriebene A330 für Eurowings ab, bereedert das Lufthansa/Turkish-Airlines-Joint-Venture heute sieben Jets dieses Typs für Eurowings. Dazu kommen vier Flugzeuge, die Brussels bereedert: zwei A330 und zwei A340.

Bislang ist lediglich eine A330 von Brussels in Düsseldorf im Einsatz. Doch weil Lufthansa sich von der Langstrecke am NRW-Airport zurückzieht, übernimmt Eurowings zum 1. Dezember die Strecke nach New-York-Newark. Dafür wechselt eine weiterer Airbus-Jet von Lufthansa die Farben.

Dissens über Gebühren in Frankfurt

Der Operations-Beginn in Frankfurt ist für Beobachter ein großer Schritt. Denn bislang fliegt Eurowings den Heimatflughafen der Mutter nicht an. Zwar gab es immer wieder Überlegungen, die Tochter auch an den Main zu bringen, doch lehnte es Flughafenbetreiber Fraport wiederholt ab, Eurowings dieselben Rabatte einzuräumen wie anderen "New Entries".

Ryanair hingegen bekam beim Einstieg am Flughafen Frankfurt die Gebühren reduziert, weil sie neue Strecken brachten. Das führte im Frühjahr vergangenen Jahres zu einem großen Streit zwischen Fraport und Lufthansa. Im gleichen Zeitraum beschloss der Kranich, A380-Jets nach München zu verlegen und dafür deutlich lautere A340-Flugzeuge nach Frankfurt zu schieben.

Als Reaktion auf den Dissens wollte Lufthansa dies aber nicht verstanden wissen. "Es gibt keinen direkten Zusammenhang", sagte ein Konzernsprecher damals und fügte hinzu: "Natürlich wird Wachstum da stattfinden, wo die Voraussetzungen am besten sind, und die Kosten sind ein Faktor."

Kurz nachdem Spohr kürzlich eine Begrenzung der Slots an großen Flughäfen wie Frankfurt, Hamburg und München als Reaktion auf die Probleme im Sommer ins Spiel brachte und ADV-Präsident Stefan Schulte öffentlich die Wirksamkeit dieser Maßnahme infrage stellte, verkündete der Kranich erneut eine Umstationierung. Auch wolle man das Wachstum in Frankfurt "drosseln".

© Leonard Niemann, Lesen Sie auch: Darum schiebt Lufthansa weitere Maschinen nach München

Von: cs
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