Ryanair - die zerrissene Airline, © AirTeamImages.comges.com/Dirk Grothe
Boeing der Ryanair. © AirTeamImages.comges.com / Dirk Grothe
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2017\/08\/900_8354ba4548e58422bc1953366b8742f4__wide__824?v=1503985438","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 AirTeamImages.comges.com\/ Dirk Grothe"},"caption":"Boeing der Ryanair."}
Ryanair - die zerrissene Airline, © airliners.de
Ryanair-Chef Michael O'Leary. © airliners.de
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2018\/04\/dsci0_295c7c04c9239f798fe88687c6104ba9__wide__824?v=1641893755","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de"},"caption":"Ryanair-Chef Michael O'Leary."}

Der Ryanair-Konzern reagiert mit gespaltener Zunge auf die ersten Streiks im Low-Cost-Unternehmen: Die Flugbegleiter in Portugal ließ man an Ostern nach airliners.de-Informationen gewähren - die streikenden Piloten in Irland bekommen hingegen die volle Härte des Konzerns zu spüren.


Wann bei Ryanair bisher gestreikt wurde

Flugbegleiter:

  • 30. März, 1. und 3. April: Portugal;
  • 25. Juli: Belgien, Italien, Portugal und Spanien;
  • 26. Juli: Belgien, Portugal und Spanien.

Piloten:

  • 21. Dezember 2017: Warnstreik in Deutschland;
  • 13., 20., 24. Juli, 3. August: Irland.

Um Ostern herum legten Flugbegleiter bei Ryanair zum allerersten Mal in der 25-jährigen Unternehmensgeschichte die Arbeit nieder. Fest angestellt in der Kabine sind bei Ryanair nur die Purser - die Crews unterhalb der Stufe kommen über Zeitarbeitsfirmen wie Crewlink ins Unternehmen.

Eben jene Leiharbeiter legten an den drei Tagen (Karfreitag, Ostersonntag, Dienstag 1. April) allerdings ebenfalls die Arbeit nieder. Über drei Monate später bestätigt sich nach airliners.de-Informationen, dass erwähnte Crews weiterhin für Ryanair fliegen.

Hunderte Jobs in Irland gefährdet

Ganz anders hingegen die Situation in Irland. Hier rief die Pilotengewerkschaft Ialpa das Cockpit-Personal von Ryanair in den vergangenen zwei Wochen dreimal zum Streik auf. Zwar machen Flüge aus Irland nur einen geringen Prozentsatz im Ryanair-Netz aus, doch die Antwort des Low-Costers auf die Ausstände war umso härter.

Mindestens sechs Maschinen zieht der Billigflieger zum Winter in Dublin ab. Die dort stationierte Flotte soll von 30 auf "höchstens" 24 Jets schrumpfen. Gleichzeitig opfert Ryanair hunderte Jobs: 100 im Cockpit, 200 in der Kabine.

O'Learys Drohung zu Wochenbeginn

Das Management erklärt die Entscheidung auch mit den Streiks: Das Fluggerät könne man laut Mitteilung sehr gut bei der polnischen Charter-Division Ryanair Sun gebrauchen; gleichzeitig hätten die Ausstände der Piloten aber auch einen "negativen Effekt auf Vorausbuchungen für den Winter gehabt".

Ryanair-Chef Michael O'Leary drohte bereits am Montag - am Tag vor dem dritten Ausstand der irischen Piloten -, dass man nicht bereit sei, "unangemessenen Forderungen zuzustimmen" und überlege, betroffene Standorte zu verkleinern.

Zwei Lager im Verwaltungsrat

Zwei Streikschauplätze, zwei unterschiedliche Reaktionen des Low-Costers. Um den Zick-Zack-Kurs der Iren im Tarifkampf zu verstehen, muss man sich den bei Ryanair tobenden Machtkampf vergegenwärtigen.

Dieser hat inzwischen tiefe Risse im Fundament des Billigfliegers hinterlassen. Denn im Verwaltungsrat der Airline haben sich die Mitglieder laut Insidern inzwischen trennscharf in zwei Gruppen formiert.

Personalkosten deutlich gestiegen

Da sind zum einen die O'Leary-Jünger, die blind dem oftmals kontroversen, häufig auf Konfrontation zielenden Kurs des polarisierenden Airline-Chefs folgen. Und dann ist da das immer größer werdende Gegengewicht - jene Gremiumsmitglieder, die auf soziale Veränderungen pochen.

Eben jene Veränderungen, die laut O'Leary aber auch das Low-Cost-Geschäftsmodell gefährden. Ryanairs Aufstieg ist vor allem durch aggressives Auftreten in neuen Märkten und niedrigen Ticketpreisen begründet. Beide Wettbewerbsvorteile würden sich in Luft auflösen, ginge man auf die Forderungen der Arbeitnehmer ein.

Denn bereits seit Beginn des neuen Geschäftsjahres Ende März sind die Personalkosten schlagartig gestiegen. Ryanair hatte versucht, mit Gehaltserhöhungen im teils zweistelligen Prozentbereich, die aufkommenden Tarifkonflikte im Keim zu ersticken.

Personalkosten
Angaben in Millionen Euro
2014 132.7
2015 151.8
2016 165.8
2017 182.4
2018 244.9

Daten mit Stichtag 30. Juni des jeweiligen Jahres. Quelle: Ryanair

Doch die Crews pochen längst nicht nur auf höhere Löhne. Gleichzeitig wollen sie alle bei Ryanair festangestellt sein und nur noch an einer Basis zum Einsatz kommen - "das Personal-Ping-Pong muss aufhören", sagt ein Gewerkschaftsvertreter.

Dass sich der Wind im Unternehmen auch nach der Entscheidung, mit den Fachkräften im Cockpit Tarifverhandlungen zu beginnen, gedreht hat, wird auch an anderer Stelle deutlich. Bereits in diesem Jahr - und damit erheblich früher, als angekündigt - verhandelt das Airline-Management auch mit Kabinenvertretern über ein Tarifwerk.

Management soll überfordert sein

"Ryanair ist mit der Situation komplett überfordert", berichten mehrere Manager aus dem Umfeld der Airline. "Das Thema Tarif hat mittlerweile eine Eigendynamik bekommen, die das Management so nicht hatte voraussehen können."

Die harte Reaktion auf die Streiks in Irland sei letztlich eine reine Machtdemonstration der O'Leary-Fraktion. Die irischen Piloten hingegen zeigten sich davon unbeeindruckt und setzten erneut einen Streiktag an - weitere sollen folgen.

Mehr Annullierungen

Am ersten Tag des Kabinenstreiks in gleich vier Ländern (Belgien, Italien, Portugal und Spanien) hat Ryanair weitaus mehr Verbindungen gestrichen, als ursprünglich geplant. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa fielen statt 300 über 500 Flüge aus. Besonders betroffen war der Flughafen Mailand-Bergamo. An dem Flughafen hatte der Billigflieger Ende vergangenen Jahres sein Umsteigerprogramm ausgebaut.

© , Lesen Sie auch: Ryanair-Streik trifft auch Deutschland

Angesichts dessen muss man fast vom Glück im Unglück für Ryanair sprechen: Denn an Tag zwei des Streiks von Flugbegleitern in mehreren Ländern ist nicht mehr Italien involviert. Am Donnerstag sind die Kabinen-Crews in Belgien, Portugal und Spanien zum Ausstand aufgerufen. Hierfür strich der Low-Cost-Carrier ebenfalls im Vorfeld 300 Verbindungen. Welche Flüge genau betroffen sind, möchte Ryanair auf Anfrage nicht sagen. "Wir haben alle betroffenen Kunden informiert, heißt es nur.

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 30/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 30/2026
Patrick Schnieder (CDU) spricht im Bundestag., © DPA/Bernd von Jutrczenka
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/06\/5fb9b4006017d050-vs4gyj__square__360?v=1782742152","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Bernd von Jutrczenka"},"caption":"Patrick Schnieder (CDU) spricht im Bundestag."}

Anfangsgedanken statt Abgangsgedanken

Gedankenflüge Patrick Schnieders Rücktritt wird in der Bahnbubble bejubelt, aus dem Luftverkehr kommt dagegen nur Schweigen – dabei war auch dort nicht alles gut. Die Gedankenflüge über das weniger Offensichtliche hinter den Meldungen der Woche.

3 min
Ausgabe lesen
Straße am Flughafen BER mit Flugzeug am Himmel., © Thomas Rietig
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/07\/img-2975_1785227549_yqU7HB8g__square__242?v=1785228746","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Thomas Rietig"},"caption":"Stra\u00dfe am Flughafen BER mit Flugzeug am Himmel."}
Schiene, Straße, Luft (123)

BER statt Bodensee

Kollage mit Flugzeugen von Airbus und Boeing., © Airbus/Boeing
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/07\/chatgpt-image-28-juli-2026-14-52-11-7WJBSk__square__242?v=1785243215","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Airbus\/Boeing"},"caption":"Kollage mit Flugzeugen von Airbus und Boeing."}
Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

HiSERV GmbH

We make GSE simple and smart.

Zum Firmenprofil

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil

AEROTHRIVE GmbH

Aviation Training Certificates Boosting Your Career!

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

Wildau Institute of Technology e. V. (WIT)

Berufsbegleitender Aviation-Master und Weiterbildungsformate

Zum Firmenprofil

Flughafen Memmingen GmbH

Memmingen Airport - Der Unternehmerflughafen

Zum Firmenprofil

TRAINICO GmbH

Kompetenz & Leidenschaft für die Luftfahrt

Zum Firmenprofil

Hamburg Aviation

Für die Luftfahrt in der Metropolregion Hamburg.

Zum Firmenprofil