Die portugiesische Regierung hat von der staatlichen Holdinggesellschaft Parpublica die Bewertung der bindenden Angebote von Air France-KLM und der Lufthansa für einen Minderheitsanteil an der Fluggesellschaft Tap erhalten. Das teilte das portugiesische Finanzministerium mit. Die Regierung kommt damit einer endgültigen Entscheidung über die lange verzögerte Privatisierung einen Schritt näher.
Das Ministerium erklärte, es werde das Dokument nun analysieren und zu gegebener Zeit seine Position mitteilen, um den Prozess fortzusetzen. Weitere Details zur Bewertung nannte es nicht.
Nach der Prüfung kann die Regierung entweder eines der beiden Angebote auswählen oder eine Verhandlungsphase eröffnen. Dabei könnte sie einen oder beide Bieter auffordern, verbesserte, finale Offerten vorzulegen.
Die endgültige Entscheidung soll nach Angaben der Regierung nicht allein am Preis hängen. Ausschlaggebend sei zudem, welcher Bieter am besten geeignet sei, das internationale Streckennetz der Tap auszubauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Air France-KLM und die Lufthansa hatten ihre bindenden Angebote im Juli eingereicht. Sie enthalten strategische Industriepläne und finanzielle Offerten. Details dazu haben weder die Regierung noch die beiden Fluggesellschaften offengelegt.
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Der größte Trumpf der Tap sind die wertvollen Start- und Landerechte, die das Drehkreuz Lissabon mit Brasilien, den portugiesischsprachigen Ländern Afrikas und den Vereinigten Staaten verbinden. Diese Strecken sind für die portugiesische Auslandsgemeinschaft, den Tourismus und Investitionen von erheblicher Bedeutung.
Air France-KLM kündigte an, Lissabon im Erfolgsfall zum alleinigen Drehkreuz des Konzerns in Südeuropa zu machen. Die Lufthansa versprach, ihre Rolle als Anbindungspunkt über den Atlantik zu stärken, und verwies dabei auf ihre Erfahrung beim Ausbau von Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Ita Airways.
Analysten der Bank Bernstein bezifferten den Wert des 44,9-Prozent-Anteils auf rund 700 Millionen Euro. Daraus ergäbe sich eine Gesamtbewertung der Tap von 1,5 Milliarden Euro. Wie hoch die tatsächlichen Angebote von Air France-KLM und Lufthansa liegen, ist nicht bekannt.