Der britisch-spanische Luftfahrtkonzern IAG, zu dem unter anderem British Airways, Iberia und Aer Lingus gehören, hat im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch von 16 Prozent verzeichnet. Grund seien gestiegene Treibstoffkosten und eine schwächere Reisenachfrage infolge des Nahost-Kriegs, teilte der Konzern mit.
Der Betriebsgewinn vor Sonderposten sei auf 1,41 Milliarden Euro gefallen, nach 1,68 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf IAG dennoch leicht die von Analysten erwarteten 1,37 Milliarden Euro. Die IAG-Aktie fiel zu Handelsbeginn dennoch um mehr als vier Prozent – Anleger konzentrierten sich demnach vor allem auf den schwächeren Ausblick.
IAG habe ihre Prognose für das Kapazitätswachstum im laufenden Jahr auf stagnierend gesenkt. Bereits im Mai hatte der Konzern wegen Kerosinkosten und des Iran-Kriegs seinen Gewinn- und Kapazitätsausblick gekappt und noch ein Wachstum von weniger als drei Prozent in Aussicht gestellt, hieß es weiter. Im zweiten Quartal seien die Ausgaben für Kerosin und Emissionsabgaben um knapp 23 Prozent auf 2,22 Milliarden Euro gestiegen. Für das Gesamtjahr rechnet IAG nun mit Treibstoffkosten von 8,3 bis 8,6 Milliarden Euro – etwas weniger als die im Mai prognostizierten rund neun Milliarden Euro.
Ganze Branche unter Druck
Europäische Fluggesellschaften kämpfen seit Kriegsbeginn Ende Februar mit stark steigenden Treibstoffkosten. Auch Ryanair und Easyjet hatten in diesem Monat auf den durch den Konflikt verursachten Druck hingewiesen. Air France-KLM habe einen Treibstoff-Jahresetat von 8,9 Milliarden Euro für 2026 in Aussicht gestellt. United Airlines rechne wegen des kriegsbedingten erneuten Ölpreisanstiegs in diesem Jahr mit zusätzlichen Treibstoffkosten von knapp sechs Milliarden Dollar (rund 5,2 Milliarden Euro).
IAG sei für die zweite Jahreshälfte zu etwa 57 Prozent ausgebucht, die gebuchten Umsätze lägen auf Vorjahresniveau. Der Konzern gehe weiterhin davon aus, rund 60 Prozent der höheren Treibstoffkosten durch teurere Tickets und Sparmaßnahmen ausgleichen zu können.
"Unsere Strategie funktioniert. Unser Engagement in verschiedenen Märkten sowie unsere unterschiedlichen Marken und Kundenangebote sorgen für Stabilität", sagte IAG-Chef Luis Gallego bei einer Medienkonferenz.