Air France-KLM hat im zweiten Quartal dank starker Premium-Nachfrage die Analystenerwartungen übertroffen. Der bereinigte operative Gewinn brach zwar nach 736 Millionen Euro im Vorjahresquartal um ein Drittel auf 484 Millionen Euro ein , übertraf aber die Analystenkonsensschätzung von 327 Millionen Euro.
Der Umsatz legte um zehn Prozent auf 9,3 Milliarden Euro zu. Die Aktie stieg im frühen Handel um 1,4 Prozent.
"Wir haben eine starke kommerzielle Leistung auf der Grundlage einer stabilen Nachfrage nach Premium-Reisen erzielt, insbesondere auf den asiatischen und nordamerikanischen Märkten", sagte Konzernchef Benjamin Smith.
Angesichts einer verhaltenen Gesamtnachfrage senkte Air France-KLM ihre Kapazitätsprognose auf ein Konzernwachstum von zwei bis drei Prozent (zuvor drei bis fünf Prozent); für Kurz- und Mittelstreckenflüge erwartet die Gruppe nun sogar ein Minus von einem Prozent.
Die Kürzungen sollen laut Finanzchef Steven Zaat vor allem im vierten Quartal wirksam werden und unter anderem tägliche Flüge über europäische Städte wie Düsseldorf und London betreffen.
KLM warnt vor strukturellen Risiken
Aus der Niederländischen Tochter kam eine deutlich verhaltene Einschätzung. KLM-Chefin Marjan Rintel sagte, ein gutes Halbjahr mache KLM noch nicht "strukturell stark und robust". Globale Unsicherheiten, steigende Kosten und intensiver Wettbewerb – zuletzt verschärft durch den Iran-Krieg und operative Herausforderungen am Heimatflughafen Amsterdam-Schiphol – blieben strukturelle Belastungen.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Air France-KLM nun mit Treibstoffkosten von 8,9 Milliarden Dollar (rund 7,8 Milliarden Euro) – fast zwei Milliarden Euro mehr als im Vorjahr, aber vier Prozent weniger als noch im April prognostiziert. Dies ist auf effizientere Flugzeuge und Absicherungsgeschäfte zurückzuführen.
Mit einer Nettoliquidität von 6,8 Milliarden Euro und nicht genutzten Kreditlinien von 3,5 Milliarden Euro reichte der Konzern am Mittwoch ein verbindliches Angebot für eine Beteiligung von mindestens 44,9 Prozent an der portugiesischen Staatsairline Tap ein.
Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Air France-KLM konkurriert dabei mit Lufthansa um den Zugang zu Taps lukrativen Slots von Lissabon nach Brasilien, in die USA und in portugiesischsprachige afrikanische Länder.