Das vorgezogene Grounding der Lufthansa-Regionaltochter Cityline bringt dem Konzern nach eigenen Angaben einen jährlichen Ergebniseffekt von rund 180 Millionen Euro. Das sagte Konzernchef Carsten Spohr bei der Halbjahrespressekonferenz. Die zugehörige Flotte von 23 Bombardier CRJ900 befindet sich demnach bereits in Verkaufsverhandlungen mit mehreren Interessenten.
Alle 23 Maschinen sollen laut Spohr zum höchstmöglichen Preis veräußert werden. Als Beispiel für einen nachfragestarken Markt für den Flugzeugtyp nannte er die USA.
Lufthansa hatte im Juni bestätigt, einen Verkauf der stillgelegten CRJ900-Flotte zu prüfen.
Lufthansa Cityline war nach Konzernangaben wegen gestiegener Treibstoffkosten und anhaltender Verluste im Zubringerbetrieb inmitten eines Gewerkschaftskonflikts vorzeitig eingestellt worden. Spohr bezeichnete das Aus als dritten Konsolidierungsschritt nach der Einstellung von Sun Express Germany und Germanwings. Das Zubringernetz um die Drehkreuze Frankfurt und München übernimmt künftig die neu gegründete Tochter Lufthansa City Airlines.
Diese ist im laufenden Sommer bereits deutlich gewachsen: Die Zahl der von City Airlines betriebenen Flugzeuge hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt auf nunmehr 18 Maschinen. CFO Till Streichert begründete das mit einer deutlich höheren Produktivität gegenüber den klassischen Lufthansa-Strukturen, die die Kostenposition des Konzerns nachhaltig unterstütze. Der Ausbau kosteneffizienter Flugbetriebe ist eine von drei Säulen des laufenden Turnaround-Programms von Lufthansa Airlines, das bis Jahresende einen kumulierten Bruttoergebnisbeitrag von rund 1,5 Milliarden Euro erzielen soll.
Auch strukturell ist die Verlagerung von Kurzstrecken-Kapazität auf die Konzerntöchter angelegt: Bis 2030 sollen Lufthansa City Airlines und Discover Airlines die Hälfte aller Schmalrumpfflugzeuge der Kernmarke Lufthansa betreiben, gegenüber rund 20 Prozent zuvor. Die Einstellung von Cityline und der bevorstehende Verkauf der CRJ900-Flotte markieren damit einen weiteren Schritt in dieser bereits angekündigten Umstrukturierung der Kurzstreckenflotte.