Der Flughafen München und die Lufthansa haben am ein Memorandum of Understanding für den Ausbau des Terminal 2 unterzeichnet. Geplant ist eine Erweiterung des Satelliten um einen sogenannten T-Stiel, der zehn zusätzliche Positionen für Langstreckenflugzeuge sowie Kapazitäten für bis zu zehn Millionen Passagiere jährlich schaffen soll. Die Inbetriebnahme ist für 2035 vorgesehen.
Gleichzeitig wurde die bestehende Partnerschaft beider Unternehmen bis 2056 verlängert. Lufthansa und der Flughafen München betreiben das Terminal 2 seit 2003 als gemeinsames Joint Venture – Lufthansa hält dabei 40 Prozent der Anteile, die Flughafen München 60 Prozent.
Mit dem Ausbau reagiert die Lufthansa auf einen absehbaren Kapazitätsengpass an ihren deutschen Heimatflughäfen. Der Konzern hat mehr als 200 Flugzeuge bestellt und plant bis 2030 ein Langstreckenwachstum von rund 20 Prozent. Die bestehende Infrastruktur reiche nach 2030 nicht mehr aus, hatte das Management bereits früher erklärt.
München gegen Frankfurt – eine Standortentscheidung
Die Wahl fiel nach einem monatelangen Abwägungsprozess. Anfang des Jahres hatte Lufthansa beide deutschen Heimatdrehkreuze als potenzielle Wachstumsstandorte geprüft. In Frankfurt strebte das Management ein gemeinsames Betreibermodell für das Terminal 2 mit dem Flughafenbetreiber Fraport an – nach dem Vorbild des Münchener Modells. Fraport zeigte sich jedoch zurückhaltend. Die Gespräche hätten "keinen großen Fortschritt gezeigt", sagte Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr.
Im März verkündete Spohr beim Festakt zu 100 Jahren Lufthansa in München die Entscheidung: Der Konzern werde nur an einem seiner deutschen Heimatdrehkreuze so stark wachsen, dass eine größere Infrastrukturerweiterung nötig werde. "Für beides besteht kein Bedarf", sagte er. München erhielt den Zuschlag, Frankfurt ging bei der milliardenschweren Investition zunächst leer aus.
Der Standort Frankfurt wird von der Lufthansa dennoch weiterentwickelt: Im Terminal 1 soll der Interkontinentalverkehr weiter wachsen, und Lufthansa Cargo investiert mehr als 600 Millionen Euro in ein neues Frachtabfertigungszentrum.
Spannungen zwischen Fraport und Lufthansa
Die Beziehung zwischen Fraport und der Lufthansa bleibt gleichwohl angespannt. Der Flughafenbetreiber hat der Lufthansa mitgeteilt, dass der neue Bodenabfertigungsvertrag – er läuft Frühjahr 2027 aus – vollständige Kostendeckung gewährleisten müsse. "Die Party ist jetzt vorbei", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" Fraport-Finanzvorstand Matthias Zieschang. Die bisherige Vereinbarung sei aus Sicht des Flughafens nicht kostendeckend gewesen.
Bereits vor der formalen Standortentscheidung hatte die Lufthansa auf frühere Kostenstreitigkeiten mit Fraport reagiert und größere Teile ihrer Airbus-Langstreckenflotte nach München verlagert.