Streit um Abfertigung: Fraport stellt Lufthansa vor neue Bedingungen, © DPA/Boris Roessler
Ramp-Agent der Lufthansa neben einer startbereiten Boeing 747 auf dem Flughafen Frankfurt : Ein Ramp-Agent der Lufthansa geht vor einer startbereiten Boeing 747 auf dem nassen Vorfeld am Flughafen Frankfurt vorbei. Das Fahrwerk und die Triebwerke sind im Vordergrund. © DPA / Boris Roessler
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Der Konflikt zwischen Fraport und der Lufthansa bekommt ein neues Kapitel: Kurz vor den Hauptversammlungen beider Konzerne gibt es Streit um die Bodenabfertigung am gößten deutschen Flughafen, wie die "FAZ" berichtet.

Der bestehende Vertrag, den die Lufthansa mit einer Fraport-Tochtergesellschaft für die Abfertigung ihrer Flugzeuge in Frankfurt geschlossen hat, läuft nur noch bis zum Frühjahr 2027 – und die Konditionen sollen sich beim nächsten Abschluss grundlegend ändern. Das will jedenfalls Fraport.

"Wir haben klargestellt, dass die Party jetzt vorbei ist. Ab 1. April nächsten Jahres muss der neue Vertrag eine vollständige Kostendeckung gewährleisten", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" den Fraport-Finanzvorstand Matthias Zieschang. Die bisherige Vereinbarung war demnach aus Sicht des Flughafenbetreibers nicht kostendeckend.

Strategisch heikler Zeitpunkt

Die neue Auseinandersetzung fällt in eine Phase, in der die Beziehung beider Konzerne ohnehin belastet ist. Ende März hatte Lufthansa entschieden, das Terminal 2 am Münchner Flughafen auszubauen. Der sogenannte T-Stiel soll 2035 in Betrieb gehen und Kapazitäten für bis zu zehn Millionen zusätzliche Passagiere pro Jahr schaffen. Frankfurt geht bei der großen Infrastrukturentscheidung leer aus.

Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr hatte im Vorfeld klargestellt, dass der Lufthansa-Konzern nur an einem seiner beiden deutschen Heimatdrehkreuze so stark wachsen werde, dass eine größere Erweiterung nötig sei. Für beide Standorte gleichzeitig bestehe kein Bedarf.

In Frankfurt hatte es seit geraumer Zeit Gespräche über ein gemeinsames Terminal-Joint-Venture mit Fraport gegeben – diese hätten bislang jedoch "keinen großen Fortschritt gezeigt", so Spohr. Bereit szuvor hatten sich Fraport und Lufthansa über Kosten gestritten. In der Folge verlegte die Airline größere Teile der Airbus-Langstreckenflotten nach München.

Irankrieg und Streiks belasten

Fraport und Lufthansa kämpfen derweil mit den wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs. Im März brachen die Passagierzahlen im Nahostverkehr am Flughafen Frankfurt um 170.000 ein. Weil Reisende teilweise auf Nonstopverbindungen nach Asien auswichen, betrug das Saldoplus unterm Strich rund 100.000 Passagiere – ein Zuwachs von zwei Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet Fraport mit einem Wachstum von vier Prozent.

Im April folgte der nächste Dämpfer: Streiks von Lufthansa-Kabinenpersonal und -Piloten ließen rund 500.000 Passagiere am Frankfurter Flughafen fehlen.

Die Lufthansa meldete für das erste Quartal einen Rekordumsatz von 8,8 Milliarden Euro. Der saisonale Verlust im Auftaktquartal fiel geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Beim Treibstoff profitierte der Konzern noch von abgesicherten Einkaufskontrakten: Die Kerosinrechnung lag dank sogenannter Hedging-Vereinbarungen um 109 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.

Für das Gesamtjahr kehrt sich dieser Effekt um: Der Konzern erwartet Mehrkosten beim Treibstoff von 1,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Die größten finanziellen Belastungen stehen der Lufthansa damit noch bevor – in einem Moment, in dem auch die Verhandlungen mit dem wichtigsten Heimatflughafen eskalieren.

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