Lufthansa und Eurowings: Schon 24 innerdeutsche Strecken gestrichen, © Flughafen Nürnberg
Eurowings-Maschine am Flughafen Nürnberg. : Ein Airbus-Jet der Fluggesellschaft Eurowings steht auf dem Vorfeld des Albrecht Dürer Flughafens Nürnberg. Die Maschine ist in weiß mit den typischen blauen und weinroten Farben lackiert. Im Hintergrund ist das moderne Flughafenterminal mit Glasfassade und dem Schild 'Albrecht Dürer Airport Nürnberg' zu sehen. Der Himmel ist leicht bewölkt. © Flughafen Nürnberg
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Die Lufthansa Group ist im Sommerflugplan wöchentlich fast 1000 Flüge weniger innerdeutsch geflogen, als noch vor der Corona-Pandemie. Das entspricht einem Rückgang von 50 Prozent, wie aus einer internen Präsentation des Konzerns hervorgeht, die airliners.de vorliegt.

Betroffen waren im wesentlichen alle deutschen Flughäfen im Netz der Gruppe. Rostock, Dortmund, Paderborn und Karlsruhe haben demnach gar keine innerdeutschen Flüge mehr von Lufthansa-Airlines.

Besonders stark waren die Einbrüche zudem an den Flughäfen Köln/Bonn, Leipzig/Halle, Nürnberg und Heringsdorf. Dort lag das Sommer-Angebot um 84 bis 74 Prozent unter dem Niveau von 2019.

Auch weitere Flughäfen verzeichnen erhebliche Rückgänge im Lufthansa-Group-Angebot: Düsseldorf minus 59 Prozent, Stuttgart minus 57 Prozent, Hamburg minus 47 Prozent und Berlin minus 49 Prozent.

24 innerdeutsche Verbindungen eingestellt

Insgesamt haben Lufthansa und Eurowings damit seit der Pandemie 24 innerdeutsche Strecken ersatzlos gestrichen.

Lufthansa strich sieben Verbindungen, darunter die Frankfurt-Zubringer nach Friedrichshafen, Münster/Osnabrück und Paderborn sowie die München-Verbindungen nach Leipzig, Nürnberg, Rostock und Paderborn.

Eurowings stellte sogar 17 Strecken ein, unter anderem Köln-Westerland/Sylt, Hamburg-Köln, Hamburg-Nürnberg sowie mehrere Verbindungen nach von und nach Berlin, Leipzig, Stuttgart und Düsseldorf.

Fünf Flughäfen ohne Lufthansa-Anbindung

Fünf deutsche Flughäfen haben damit ihre Anbindung an die Lufthansa Group komplett verloren. Bei Lufthansa sind das Friedrichshafen, Paderborn und Rostock. Eurowings fliegt nicht mehr von und nach Dortmund und Karlsruhe/Baden-Baden.

Für 2026 sind nach Angaben aus der Präsentation weitere mehr als 100 wöchentliche Frequenzen im Risiko. Als konkrete Beispiele nennt der Konzern in der Präsentation eine potenzielle Streichung der Verbindungen München-Dresden und München-Münster/Osnabrück.

Standortkosten als Hauptgrund

Als Hauptgrund für die Streichungen nennt die Lufthansa Group hohe Standortkosten sowie staatliche Belastungen. Dazu kommt eine stagnierende Geschäftsreisenachfrage auf niedrigem Niveau.

Konzernchef Carsten Spohr hatte zuletzt erneut betont, die staatlichen Standortkosten hätten sich seit 2019 verdoppelt. "Ohne eine Reduzierung der Standortbelastungen werden weitere Streichungen unvermeidbar sein", warnte er kürzlich in der "Welt". "Es geht um rund hundert innerdeutsche Flüge pro Woche, die im kommenden Sommer nochmals wegfallen könnten."

Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter konkretisierte die möglichen Streckenstreichungen gegenüber der Funke-Mediengruppe: "Die Liste der Flughäfen, die wir aus betriebswirtschaftlicher Sicht in den Blick nehmen müssen, ist lang: Bremen, Dresden, Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg, Stuttgart – um nur einige zu nennen."

Laut Lufthansa liegt Deutschland bei der Erholung des Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie auf Rang 28 von 31 europäischen Ländern. Das Angebot an Flügen zwischen den deutschen Großstädten stagniere bei rund 20 Prozent des Niveaus von 2019.

Neben Lufthansa und Eurowings hatten auch andere Airlines Verbindungen gestrichen – vor allem Easyjet, die einen Großteil der Air-Berlin-Flüge von und nach Berlin von ehemals zweitgrößten deutschen Airline übernommen hatte.

Kritik an Bundesregierung

Die Lufthansa zeigte sich zuletzt enttäuscht über nicht gehaltene Versprechen der Bundesregierung. "Es ist sehr enttäuschend, dass die Bundesregierung im Haushaltsentwurf für 2026 keinerlei Entlastung für Flüge ab Deutschland plant", hieß es aus dem Konzern.

Die Bundesregierung hatte die Senkung der Luftverkehrsteuer zunächst verschoben. In ihrem Koalitionsvertrag hatten Union und SPD noch Zugeständnisse an die Branche festgehalten. "Die luftverkehrsspezifischen Steuern, Gebühren und Abgaben wollen wir reduzieren und die Erhöhung der Luftverkehrsteuer zurücknehmen", hieß es darin.

Diese Erhöhung war im Mai 2024 in Kraft getreten. Für Kurzstrecken stieg die Steuer pro Ticket von 12,48 auf 15,53 Euro. Lufthansa-Angaben zufolge sind die Standortkosten seit Jahresbeginn weiter gestiegen. So legten An- und Abflugebühren um 40 Prozent und die Flugsicherungsgebühr um 25 Prozent zu.

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Mobilitätskolumne Physik, © airliners.de/mit Airbus
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