Der Iran-Krieg hält große Teile des Nahost-Luftverkehrs weiter am Boden. Doha verzeichnet 94 Prozent Flugstreichungen und Abu Dhabi 73 Prozent. Etwas besser sieht es in Dubai aus.
Der Krieg im Iran hält den Flugbetrieb im Nahen Osten weiter in Schach. Die wichtigsten Luftfahrt-Drehkreuze der Region verzeichnen auch am Dienstag massive Streichungsquoten. Am Flughafen Bahrain wurden alle geplanten Verbindungen gestrichen, am Flughafen Doha 94 Prozent, am Kuwait International Airport 78 Prozent und in Abu Dhabi 73 Prozent.
Am Flughafen Dubai, dem nach Passagierzahlen verkehrsreichsten der Welt, fiel knapp ein Drittel aller geplanten Flüge aus – 139 von 463 angesetzten Verbindungen. Das geht aus aktuellen Daten des Luftfahrtanalyseunternehmens Cirium hervor.
Emirates und Etihad Airways hatten den Flugbetrieb von ihren Drehkreuzen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) bereits vor einigen Tagen in begrenztem Umfang wieder aufgenommen.
Emirates teilte zuletzt mit, bis auf Weiteres 82 Destinationen zu bedienen. Passagiere, die am Drehkreuz Dubai umsteigen, würden jedoch nur befördert, wenn ihr Anschlussflug gesichert sei. Die in Abu Dhabi ansässige Etihad kündigte an, bis zum 19. März einen eingeschränkten Flugplan anzubieten. Angeflogen werden rund 70 Ziele, darunter Frankfurt, London und Paris.
Die Sicherheitslage bleibt jedoch fragil. Flugzeuge, die am Dienstag in Dubai landeten, wurden kurzzeitig in eine Warteschleife geschickt, nachdem der Flugverfolgungsdienst "Flightradar24" auf einen möglichen Raketenangriff hingewiesen hatte. Die Maschinen landeten schließlich planmäßig.
Auch der Flughafen Tel Aviv verzeichnete eine Streichungsquote von gut 50 Prozent, der Airport Beirut von rund 64 Prozent und der Flughafen Amman von 42 Prozent. Zehntausende Passagiere sind nach Reuters-Angaben in der Region gestrandet.
Emirates aus Dubai, Qatar Airways aus Doha und Etihad aus Abu Dhabi kommen nach Angaben des Analyseunternehmens Cirium gemeinsam auf rund ein Drittel des Passagierverkehrs zwischen Europa und Asien und befördern mehr als die Hälfte aller Passagiere von Europa nach Australien, Neuseeland und in angrenzende Pazifikinseln. Europäische Fluggesellschaften stehen bereits durch die Sperrung des russischen Luftraums infolge des Ukraine-Kriegs unter Druck und fliegen seither längere internationale Routen.
Airbus A380 von Etihad im Vordergrund, im Hintergrund ein Airbus A380 von Emirates. : Zwei Airbus A380 auf dem Vorfeld eines Flughafens bei klarem Tageslicht: Ein Etihad A380 in gold/weiß-grauer Livery rollt im Vordergrund, dahinter ein Emirates A380. Sichtbar sind Rollwege, Bodenfahrzeuge und eine entfernte Stadtsilhouette. © AirTeamImages.com / Alvin Man
Dutzende Airlines haben Flüge eingestellt
Zahlreiche internationale Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen in den Nahen Osten weiterhin eingestellt. Die Lufthansa-Group – zu der neben der Lufthansa auch die Austrian Airlines, die Swiss und Brussels Airlines gehören – hat Flüge nach Tel Aviv bis zum 2. April und nach Beirut bis zum 28. März gestrichen. Verbindungen nach Teheran sind bis zum 30. April ausgesetzt, Flüge nach Amman, Erbil, Dammam, Dubai und Abu Dhabi bis zum 15. März.
Die Air France hat Verbindungen nach Tel Aviv und Beirut bis zum 13. März sowie nach Dubai und Riad bis zum 12. März gestrichen. Die KLM hat Flüge nach Dubai, Riad und Dammam bis zum 10. März sowie nach Tel Aviv für den Rest der Wintersaison ausgesetzt. Die Cathay Pacific hat alle Flüge nach Dubai und Riad bis zum 31. März eingestellt. Die British Airways, die zur IAG gehört, hat Flüge nach Tel Aviv, Amman, Abu Dhabi, Bahrain, Dubai und Doha bis mindestens 12. März gestrichen.
Die Turkish Airlines hat Iran-Flüge bis zum 12. März aus dem Programm genommen. Alle Verbindungen in den Irak, nach Syrien, in den Libanon und nach Jordanien sind bis zum 13. März gestrichen, wie der türkische Verkehrsminister mitteilte. Die Pegasus Airlines hat Verbindungen in den Iran bis zum 28. März eingestellt. Flüge in den Irak, nach Amman, Beirut, Kuwait, Bahrain, Doha, Dammam, Dubai, Abu Dhabi und Schardscha sind bis zum 23. März ausgesetzt.
Die Wizz Air hat Flüge nach Israel bis zum 29. März gestrichen und Verbindungen nach Dubai, Abu Dhabi, Amman und Dschidda von kontinentaleuropäischen Abflughäfen bis Mitte September ausgesetzt. Die Finnair hat Flüge nach Doha und Dubai bis zum 29. März eingestellt und meidet den Luftraum über dem Irak, Iran, Syrien und Israel. Die Delta Air Lines hat Flüge zwischen New York und Tel Aviv bis zum 22. März gestrichen.