"Austrian verkauft 75 Prozent der Tickets außerhalb Österreichs", © Austrian Airlines
Annette Mann. : Annette Mann steht lächelnd vor einem Austrian-Airlines-Flugzeug in einer Hangar- oder Wartungshalle. Im Hintergrund ist der rot beschriftete Rumpf unscharf zu sehen. © Austrian Airlines
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Der Irankrieg hat die Kerosinkosten auf ein Niveau getrieben, das Austrian Airlines vor schwierige Entscheidungen stellt – auch für den kommenden Winter. Gleichzeitig kämpft die Airline seit Jahren um eine Rendite, die eigenständige Investitionen erst ermöglicht. Mit Annette Mann, Vorstandsvorsitzende von Austrian Airlines, haben wir über Markenkampagne und Margen, über Low-Cost-Druck und Langstreckenpläne, über Wiener Standortkosten und Konzernpolitik gesprochen – ein Gespräch über eine Airline, die noch nicht fertig ist.

airliners.de: Welche ist Ihre Lieblingsfluglinie? Neben Austrian natürlich …

Annette Mann: Ich habe zwei, geht das auch?

Natürlich!

Spontan fallen mir Air New Zealand und Jetblue ein. Beide sind wendig und sehr persönlich. Air New Zealand finde ich wahnsinnig kreativ, die trauen sich etwas und müssen sich auf einem schwierigen Markt behaupten.

Jetblue verbindet Kreativität mit Leidenschaft. Ich durfte einmal deren Trainingszentrum in Florida besuchen und war beeindruckt, wie dort neue Mitarbeiter am ersten Tag begrüßt werden. Da habe ich mir einiges abgeschaut für Austrian.

Austrian hat gerade eine neue Markenkampagne gestartet. Motto: Es zählen die besonderen Momente zwischen Start und Landung. Was war denn für Sie der prägendste Moment auf Ihren vielen Flügen?

Ich denke, den einen prägendsten Moment gibt es nicht. Aber ein Beispiel: Ich war am Wochenende wieder unterwegs, und ich gehe fast immer ins Cockpit und in die Galley, um kurz mit unseren Mitarbeitern zu plaudern. Da wurde gerade wieder ein Tablett mit Konfekt und ein zweites mit einer kleinen LED-Kerze vorbereitet. Ich bin immer beeindruckt, wie unsere Besatzung versucht, on top noch etwas Persönliches für unsere Fluggäste zu kreieren.

Diese Freude bei allen Beteiligten zu sehen, ist jedes Mal etwas Besonderes. Das war auch der Ausgangspunkt für unsere Kampagne. Persönlicher zu sein als andere, weil wir es auch können und unserer Kultur entspricht. Mit der Kampagne wollen wir das Besondere systematisieren und unsere Kolleginnen und Kollegen im Kundenkontakt bei der Umsetzung unterstützen.

Ziel ist es, dass von unseren 15 Millionen Passagieren im Jahr eine Million etwas Nettes, etwas Besonderes erlebt. Durch persönliche Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden.

In der Kampagne heißt es, ein ehrliches Lächeln, eine Begegnung, die bleibt, das Gefühl, willkommen zu sein sind die Dinge, die die Passagiere prägen. Zählt das mehr als Sitzabstand, ein im Preis inkludierter Handkoffer, Sitzreservierung und Essen?

Was Sie da aufzählen, oder auch die Lounge für Vielflieger, bezeichnen wir als Hardware. Und meine persönliche Erfahrung aus 20 Jahren ist es, dass wir da natürlich einen Standard bieten müssen, der zur eigenen Marke passt. Das bedeutet, dass wir aktuell auch viel investieren, denn sowohl unsere Flugzeuge als auch unsere Lounges sind in die Jahre gekommen.

Aber wenn man Passagiere fragt, was sie begeistert hat, sagen sie selten, der tolle Sitz. Meist ist es etwas Zwischenmenschliches, etwas, das sie im Service erlebt haben, oder ein Problem auf der Reise, das wir erfolgreich für sie gelöst haben.

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Titelbild: airliners+ Magazin 27/2026
Hong Kong International Airport Terminal 2: In der Mitte geht es in die Departure Area., © Privat/Andreas Sebayang
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Flugzeuge der Lufthansa und der Lufthansa Cityline stehen am Flughafen München., © DPA/Sven Hoppe
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