"Starlink ist für Media Carrier Solutions keine Bedrohung, sondern eine Chance"
Interview
Media Carrier Solutions beliefert Airlines weltweit mit maßgeschneiderten digitalen Presseangeboten – und bleibt dabei bewusst unsichtbar. Sandra Bardewyck, Managing Director von Media Carrier Solutions, erklärt im Interview, warum Starlink kein Bedrohungsszenario ist und warum Qualität mehr zählt als Quantität.
Wer an Bord kostenlos in seiner Lieblingszeitung blättert, denkt selten daran, wer dieses Angebot möglich macht. Media Carrier Solutions ist einer jener Dienstleister, die im Hintergrund arbeiten und dennoch das Passagiererlebnis bei Dutzenden von Airlines weltweit mitprägen. Anlässlich der Übernahme durch den kanadischen Nischensoftware-Konzern Constellation Software haben wir uns mit Sandra Bardewyck, Managing Director von Media Carrier Solutions, über das Geschäftsmodell, den Wettbewerb und die Frage unterhalten, ob Konnektivität an Bord das Aus für kuratierte Mediatheken bedeutet – oder deren Zukunft.
airliners.de: Wer beim nächsten Flug kostenlos Zeitungen auf dem Smartphone liest, ahnt meist nicht, wer dahintersteckt. Wie würden Sie Media Carrier Solutions jemandem erklären, der gerade im Flieger sitzt?
Sandra Bardewyck: Ganz genau – wir stellen unsere Kunden ins Rampenlicht, die ihren Gästen mit unserer maßgeschneiderten Mediathek digitale Lese- und Hörangebote anbieten. Der Airline-Kiosk auf dem eigenen Smartphone oder Tablet, sozusagen. Beim Lesen vergehen Wartezeiten vor, während und nach der Reise wie im Flug – und Passagiere erinnern sich später an diesen individuellen Service ihrer Fluggesellschaft.
Sandra Bardewyck, gebürtiges Nordlicht, verschlug es vor mehr als 30 Jahren ins schöne München. 2012 als Key Account Manager gestartet, arbeitete sie drei Jahre später bereits als Head of Sales bei der Media Carrier GmbH und betreute über zehn Jahre lang namhafte Airline-Kunden. Seit der Umfirmierung in die Media Carrier Solutions GmbH im Juni 2022 leitet sie das IT-Unternehmen als Managing Director. Zusammen mit ihrem Team vermarktet und vertreibt sie digitalen Content über die eigens entwickelte IT-Plattform.
Für den Passagier ist die Mediathek kostenlos. Wer finanziert das – und warum ist das für eine Airline ein lohnender Deal?
Wie jeder andere Service im Rahmen einer Flugreise – der kleine Snack, das Getränk oder auch die Spucktüte – wird auch unsere Media Box durch das Flugticket finanziert. Die Investition der Airline in unsere Infotainment-Plattform zahlt auf die Kundenzufriedenheit ein. Und die steigt, wenn Passagiere personalisierte Unterhaltungs- und Informationsangebote erhalten. Kann beispielsweise auch der japanische Fluggast seine liebste Zeitung aus der Heimat tagesaktuell rund um den Globus lesen, fühlt er sich gesehen und wertgeschätzt.
Wer zufrieden ist, bucht wieder. Deshalb rechnet sich das für eine Airline.
Wie verändert die Zugehörigkeit zu Constellation Software Ihre Wettbewerbsposition?
Für unsere Airline-Kunden ändert sich nichts. Durch den großen Konzern im Hintergrund haben wir als Unternehmen nun aber mehr Möglichkeiten und Sicherheiten. Innerhalb der Tochtergesellschaften gibt es einen regen Austausch und viele neue Impulse, die wir kontinuierlich in unsere Arbeit einfließen lassen.
Media Carrier Solutions wurde einst von Air Berlin angestoßen – um Logistik und Kerosin zu sparen. Wie sehr ist Nachhaltigkeit heute noch Ihr stärkstes Argument?
Interview
Gulf Air aus Bahrain wieder zu altem Glanz verhelfen, das soll als neuer CEO der Deutsche Martin Gauss erreichen. Nach nur drei Monaten im Amt überraschte ihn der Golfkrieg mit 40 Tage geschlossenem Luftraum in Bahrain. Wie er den Betrieb nach Saudi-Arabien verlegte, verrät Gauss im Interview mit airliners.de.
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